Fremdenfeindlichkeit in Südafrika: Freiwillige Rückführungen von Migranten gehen weiter

Angst vor dem 30. Juni

In Südafrika werden die freiwilligen Rückführungen von Migranten fortgesetzt. Mehrere Länder organisieren diese Maßnahmen für ihre Staatsangehörigen, die aus Angst vor möglichen Übergriffen das Land verlassen möchten. Hintergrund ist der 30. Juni, an dem verschiedene Organisationen, die gegen illegale Einwanderung mobilisieren, neue Aktionen angekündigt haben. Viele Migranten versuchen daher, das Land zu verlassen, berichtet RFI.

Bereits Ghana, Mosambik, Nigeria und Sambia haben Hunderten ihrer Bürger die Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht. Nach Angaben der südafrikanischen Behörden kamen in diesem Jahr infolge fremdenfeindlicher Spannungen drei ausländische Staatsangehörige ums Leben – alle waren Afrikaner.

In der Stadt Kapstadt hatten sich kürzlich Hunderte Simbabwer vor ihrem Konsulat versammelt und um ihre Rückführung gebeten, da sie sich nicht mehr sicher fühlten. Sie harrten mehrere Tage lang in der Kälte des südlichen Winters aus. Inzwischen haben die Rückführungsmaßnahmen begonnen.

Demonstration im Osten des Landes eskaliert

Eine ähnliche Situation spielte sich in Durban ab, allerdings in deutlich größerem Ausmaß. Rund 10.000 Malawier verließen ihre Unterkünfte und kampierten auf einem überfüllten Gemeinschaftsgelände in der Stadt. Nach Angaben der Behörden wurden bereits 5.000 Menschen zurückgeführt. Zudem wurde ein zweiter Standort eingerichtet, um die Wartenden besser unterzubringen.

Gleichzeitig trafen weitere Staatsangehörige aus der Region dort ein, nachdem am 19. Juni in der Stadt Pietermaritzburg im Osten des Landes eine Demonstration eskaliert war. Dabei kam ein 29-jähriger Malawier ums Leben.

Bereits Mitte Juni waren mehr als 2.700 Ausländer freiwillig in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt. Dies geschah nach Ankündigungen von Präsident Cyril Ramaphosa, der unter anderem eine Verschärfung der Kontrollen gegen die Beschäftigung von Personen ohne gültigen Aufenthaltsstatus angekündigt hatte.

Seit mehreren Monaten kommt es in Südafrika landesweit zu Demonstrationen, bei denen die Ausweisung illegal eingewanderter Personen gefordert wird. Einige Gruppen haben den 30. Juni als eine Art Ultimatum festgelegt, obwohl dies keine rechtliche Grundlage hat.

Laut der nationalen Statistikbehörde und der letzten Volkszählung von 2022 leben mehr als drei Millionen Ausländer in Südafrika. Das entspricht 5,1 Prozent der Gesamtbevölkerung.