
Die Demokratische Afar-Organisation des Roten Meeres (RSADO) warnt, dass die anhaltende Unterstützung Ägyptens für die Regierung Eritreas die Instabilität am Horn von Afrika verschärfen und den Frieden in der Region gefährden könnte.
In einem Interview mit der äthiopischen Nachrichtenagentur ENA erklärte RSADO-Sprecher Nasreddin Ahmed, Kairo verfolge gegenüber Eritrea eine Strategie, die bestehende Konflikte in der strategisch wichtigen Region weiter anheizen könne. Ägyptens Unterstützung für die eritreische Regierung bezeichnete er als „verlorene Wette“.
Besonders kritisch äußerte sich Ahmed über die sogenannte „Tsimdo“-Allianz. Dabei handele es sich seiner Darstellung zufolge nicht um eine gewöhnliche politische Initiative, sondern um einen Mechanismus zur Destabilisierung benachbarter Staaten. Bewaffnete Gruppen, politische Organisationen und interne Konflikte würden genutzt, um staatliche Strukturen zu schwächen.
Ahmed warf der eritreischen Regierung zudem vor, seit Jahrzehnten bewaffnete Gruppen und Oppositionsbewegungen in Nachbarstaaten zu unterstützen, auszubilden und zu finanzieren. Inzwischen richteten sich diese Aktivitäten verstärkt gegen Äthiopien und dessen wirtschaftliche Entwicklung. Auch eine Zusammenarbeit mit der TPLF diene nach seinen Angaben dazu, die äthiopischen staatlichen Institutionen zu schwächen und interne Konflikte zu verlängern.
Ägypten forderte Ahmed auf, seine konfrontative Politik aufzugeben und insbesondere bei den Streitfragen um den Nil auf direkte Verhandlungen mit Äthiopien zu setzen. Regionale Stabilität könne nicht durch Konflikte, sondern nur durch Dialog und Zusammenarbeit erreicht werden. Eine weitere Destabilisierung des Horns von Afrika könnte nach Ansicht des RSADO-Sprechers auch die Sicherheit des Roten Meeres und damit einen der wichtigsten internationalen Seehandelswege gefährden.
Ahmed bezeichnete Eritrea als „Herd der Instabilität“ und beschuldigte dessen Regierung, auch bewaffnete Gruppen in Somalia und im Sudan zu unterstützen. Abschließend rief er die Staaten am Horn von Afrika zu engerer Zusammenarbeit und zur gemeinsamen Abwehr äußerer Einmischung auf. „Die Völker am Horn von Afrika sollten nicht den Preis für die geopolitischen Projekte anderer zahlen“, erklärte Ahmed. (Quelle: ENA)