
Kenia: Oberstes Gericht bestätigt Amtsenthebung von Vizepräsident Gachagua
Der Oberste Gerichtshof Kenias hat die Amtsenthebung des ehemaligen Vizepräsidenten Rigathi Gachagua bestätigt, die im Oktober 2024 vom Parlament beschlossen worden war. Die Richter stellten jedoch fest, dass dem ehemaligen Vizepräsidenten kein faires Verfahren gewährt wurde. Das Amtsenthebungsverfahren war im Senat eingeleitet worden, während Rigathi Gachagua im Krankenhaus lag.
Das Gericht erklärte allerdings, es sei nicht befugt, eine Entscheidung der Legislative aufzuheben, solange diese nicht gegen die verfassungsmäßigen und verfahrensrechtlichen Rechte des Antragstellers verstößt. (Quelle: Africanews)
WM 2026 – Bester afrikanischer Schiedsrichter 2025 darf nicht in die USA einreisen
Der somalische FIFA-Schiedsrichter Omar Artan, der von der Afrikanischen Fußballkonföderation (CAF) zum besten afrikanischen Schiedsrichter des Jahres 2025 gewählt wurde, ist bei seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten von den US-Behörden zurückgewiesen worden.
Berichten zufolge gehörte der Linienrichter zu den von der FIFA ausgewählten Schiedsrichtern für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden soll. Trotz der Unterstützung der somalischen Botschaft in Nairobi, die ihm einen Diplomatenpass ausgestellt haben soll, um die Formalitäten zu erleichtern, hatte der Schiedsrichter offenbar Schwierigkeiten bei der Erlangung eines Einreisevisums. (Quelle: La Presse)
Dakar bittet Abidjan um Unterstützung für Diops Kandidatur an die Spitze der ECOWAS
Der Vizepräsident der Republik Côte d’Ivoire, Tiémoko Meyliet Koné, empfing am Montag, dem 8. Juni 2026, im Präsidentenpalast in Abidjan den senegalesischen Minister für afrikanische Integration, Auswärtige Angelegenheiten und die im Ausland lebenden Senegalesen, Cheick Niang. Begleitet wurde dieser von General Biram Diop, dem ehemaligen senegalesischen Verteidigungsminister. Der senegalesische Außenminister überbrachte eine schriftliche Botschaft von Präsident Bassirou Diomaye Faye an seinen ivorischen Amtskollegen Alassane Ouattara.
Nach dem Treffen erklärte Cheick Niang, er sei gekommen, um die Kandidatur Senegals für das Amt des Präsidenten der Kommission der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) offiziell bekanntzugeben. Kandidat ist General Biram Diop. (Quelle: Apanews)
Lesotho will seine Staudämme für KI-Rechenleistung nutzen
Lesotho bereitet sich auf eines der größten Projekte seiner Geschichte vor. Das vom US-Unternehmen Convalt Energy getragene Kobong-Projekt sieht Investitionen in Höhe von 6,2 Milliarden US-Dollar vor, um Wasserkraft und Datenverarbeitung miteinander zu verbinden.
Bisher nutzte Lesotho seine Wasserressourcen vor allem über große Staudämme und das Lesotho Highlands Water Project, das unter anderem das benachbarte Südafrika mit Wasser versorgt. Mit der Anfang Juni 2026 unterzeichneten verbindlichen Vereinbarung zwischen der Regierung in Maseru und Convalt Energy will das Königreich nicht länger nur seine Rohressourcen exportieren. Stattdessen sollen diese vor Ort in Strom und anschließend in Rechenleistung für digitale Anwendungen und künstliche Intelligenz umgewandelt werden. (Quelle: Afrik.com)
Burkina Faso: Regierung setzt alle Schönheitswettbewerbe aus
Das Ministerium für Kommunikation, Kultur, Kunst und Tourismus hat die Aussetzung sämtlicher Schönheitswettbewerbe in Burkina Faso bekanntgegeben. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die am Montag, dem 8. Juni 2026, veröffentlicht wurde.
Nach Angaben des Ministeriums erfolgt diese Maßnahme im Rahmen der Ausarbeitung neuer gesetzlicher Regelungen, die die Organisation solcher Wettbewerbe künftig besser strukturieren und vereinheitlichen sollen.
Das Kulturministerium betont, dass die Initiative Teil einer Strategie zur Bewahrung, Förderung und Aufwertung des kulturellen Erbes von Burkina Faso sei. (Quelle: Burkina24)
Côte d’Ivoire: Simone Gbagbo schlägt parteiunabhängige Wahlbehörde vor – riskantes Wagnis oder notwendiger Bruch?
Die ivorische Oppositionspolitikerin Simone Gbagbo, Vorsitzende der Partei Mouvement des Générations Capables (MGC), stellte am Montag, dem 8. Juni 2026, einen Gesetzentwurf zur Schaffung eines „Hohen Wahlrats“ (HCE) vor. Die neue Institution soll vollständig unabhängig von politischen Parteien sein und die kürzlich aufgelöste Unabhängige Wahlkommission (CEI) ersetzen. Der HCE würde aus elf ständigen Mitgliedern bestehen, die ausschließlich aus der Zivilgesellschaft, Religionsgemeinschaften, Arbeitgeberverbänden, der Anwaltschaft und den Medien stammen. Politische Parteien sowie Personen mit offen bekundeter Parteinähe wären ausgeschlossen. Fünf der elf Sitze sollen Frauen vorbehalten sein. Die Amtszeit der Mitglieder wäre unbegrenzt und würde erst mit ihrem 90. Lebensjahr enden. Eine paritätisch besetzte parlamentarische Sonderkommission soll die Kandidaten im Rahmen eines öffentlichen Auswahlverfahrens bestimmen, bevor die Nationalversammlung und der Präsident ihre Ernennung bestätigen. (Quelle: Africapresse)
Mauritius: Premierminister erringt juristischen Erfolg im Tresorfall
Der mauritische Premierminister Navin Ramgoolam hat einen bedeutenden juristischen Sieg errungen. Das Zwischeninstanzgericht von Mauritius stellte am Montag, dem 8. Juni 2026, die gegen ihn geführten Verfahren im sogenannten Tresorfall ein.
Der Fall geht auf den 7. Februar 2015 zurück. Wenige Wochen nach seiner Wahlniederlage fanden Ermittler in einem Tresor in seinem Wohnhaus Bargeld in verschiedenen Währungen im Gegenwert von 3,62 Millionen Euro. Daraufhin wurde der ehemalige Premierminister wegen 23 mutmaßlicher Barzahlungen zwischen 2009 und 2015 angeklagt, die gegen die Gesetze zur Bekämpfung der Geldwäsche verstoßen haben sollen. Die betroffenen Transaktionen beliefen sich auf insgesamt rund 1,15 Millionen Euro. Nach jahrelangen Gerichtsverfahren kehrte Navin Ramgoolam im November 2024 als Regierungschef an die Macht zurück. (Quelle: RFI)
Ruanda: Eugène Rwamucyo wegen Beihilfe zum Völkermord erneut vor dem Schwurgericht in Paris
Der 67-jährige ehemalige Arzt Eugène Rwamucyo, der in erster Instanz wegen Beihilfe zum Völkermord zu 27 Jahren Haft verurteilt wurde, muss sich erneut vor dem Pariser Schwurgericht verantworten. Der Berufungsprozess beginnt am Dienstag, dem 9. Juni.
In erster Instanz hatte das Gericht keine Zweifel an seiner Schuld geäußert. In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende Richter Jean-Marc Lavergne, dass die Schwere der Taten, für die Rwamucyo persönlich verantwortlich gemacht werde und die er weiterhin bestreite, nur mit einer Freiheitsstrafe von 27 Jahren geahndet werden könne.
Im Berufungsverfahren droht ihm nun sogar lebenslange Haft. (Quelle: Le Monde Afrique)
Kobé-Kobé: Gabuns Großprojekt für die Zeit nach dem Öl
Mit dem Beginn der Bauarbeiten für den künftigen Tiefseehafen von Kobé-Kobé startet Gabun eines der ehrgeizigsten Infrastrukturprojekte seiner jüngeren Geschichte.
Das Projekt ist mit der Eisenerzlagerstätte Belinga, einer neuen Eisenbahnverbindung und dem geplanten Wasserkraftwerk Booué verknüpft. Ziel ist es, die Wirtschaft des Landes weniger abhängig vom Erdöl zu machen und die lokale Verarbeitung natürlicher Ressourcen auszubauen. Kobé-Kobé soll weit mehr als ein einfacher Hafen werden. Geplant ist ein umfassendes Industrie- und Logistikzentrum, das die Bodenschätze Gabuns mit internationalen Märkten verbindet und gleichzeitig einen größeren wirtschaftlichen Nutzen im Inland schafft. (Quelle: Gabon Media Time)
Togo: Hafen von Lomé droht Stillstand durch Streik
Die Gewerkschaft der Beschäftigten des Autonomen Hafens von Lomé hat einen dreitägigen Streik angekündigt, der vom 25. bis 27. Juni 2026 stattfinden soll.
Mit dem Arbeitskampf protestieren die Beschäftigten gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Erfüllung sozialer Forderungen. Sollte der Streik tatsächlich durchgeführt werden, könnte dies den Betrieb eines für Togo und mehrere Binnenstaaten der Region strategisch wichtigen Hafens erheblich beeinträchtigen. Die Ankündigung wurde in einer Mitteilung veröffentlicht, deren Inhalt am 8. Juni von der togolesischen Zeitung L’Alternative wiedergegeben wurde. (Quelle: Beninwebtv)