Außenminister Wadephul vor seiner heutigen Abreise nach Tunesien und Algerien

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„Angesichts globaler Umbrüche und Instabilität ist es für Deutschland und Europa entscheidend, gerade mit unseren geografischen Nachbarn in Nordafrika noch enger zusammenarbeiten. Mit Algerien und Tunesien teilen wir das Ziel, die Sahel-Region nachhaltig zu stabilisieren. Auch eine Beruhigung der Lage im Nahen Osten, insbesondere rund um die Seewege der arabischen Halbinsel, ist für unsere Versorgung und Sicherheit von größter Bedeutung.

Gemeinsam werden wir deshalb die Chancen engerer Zusammenarbeit nutzen: Seit Regierungsantritt haben wir den Austausch zwischen unseren Ländern intensiviert – erst kürzlich durfte ich meinen tunesischen Kollegen Mohamed Nafti und meinen algerischen Kollegen Ahmed Attaf in Berlin begrüßen. An diesen engen Austausch werde ich mit meinem Besuch nun anknüpfen. Denn: Mit Tunesien und Algerien teilen wir zentrale wirtschaftliche und sicherheitspolitische Anliegen. Gerade bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, wie etwa bei der Energiezusammenarbeit, können wir uns gegenseitig sehr viel anbieten, um gemeinsam mehr Wachstum und Wohlstand zu schaffen. Gemeinsam können wir das Mittelmeer zu einem Raum der Stärke zwischen unseren Kontinenten machen.

Mit Tunesien feiern wir in diesem Jahr den 70. Jahrestag unserer diplomatischen Beziehungen. Unsere Staaten sind in diesen Jahrzehnten immer weiter zusammengewachsen: Deutschland ist für Tunesien der drittwichtigste Exportmarkt, für unsere Industrie – vor allem die Autoindustrie – sind widerstandsfähige Lieferbeziehungen zu Tunesien heute zentral. Auch der wissenschaftliche und berufliche Austausch zwischen unseren Staaten floriert: Rund 7500 junge Tunesierinnen und Tunesier studieren an deutschen Hochschulen, während tunesische Fachkräfte einen wertvollen Beitrag in unserem Gesundheitssystem leisten.

Algerien ist für Deutschland ein strategischer Partner in der Energie- und auch in der Sicherheitspolitik. Algerien ist bereits heute einer der wichtigsten Gaslieferanten für die Europäische Union, als zukünftiger Lieferant mit riesigem Potenzial für die Produktion von grünem Wasserstoff wird Algeriens Bedeutung noch einmal zunehmen. Deshalb haben wir erst im Juli vereinbart, unsere Partnerschaft für die Energieversorgung und die Transformation des Energiesektors noch einmal deutlich zu vertiefen und neue Wege der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu beschreiten. Deshalb habe ich auch Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Wirtschaft zur Begleitung der Reise und für Wirtschaftsgespräche nach Tunesien und Algerien eingeladen“. (AA)