Tunesien hat Marouan Mabrouk, den reichsten Geschäftsmann des Landes und Schwiegersohn des ehemaligen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali, in einem Korruptionsfall zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt.
Aus Tunesien fliehen Menschen oft in dünnen Metallbooten, die sehr schnell sinken. Foto: Raphael Schumacher / SOS Humanity
Berlin, 10. Februar 2026. In ihrer heute veröffentlichen Erklärung fordern 39 Such- und Rettungsorganisationen sowie Menschenrechtsorganisationen die Mitglieder des Europäischen Parlaments nachdrücklich auf, die vorgeschlagene EU-weite Liste sogenannter sicherer Herkunftsländer abzulehnen. Der Apell der NGOs, der sich speziell auf Tunesien fokussiert, hängt mit der heutigen Abstimmung im Europäischen Parlament zusammen.
Am Dienstag, dem 6. Januar, musste ein Flug der Fluggesellschaft Tunisair nach einem medizinischen Notfall an Bord außerplanmäßig am Flughafen Algier landen. Eine Episode, die die Verbundenheit der drei Maghreb-Staaten verdeutlicht, wenn es darum geht, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.
Der ehemalige tunesische Präsident Moncef Marzouki hat die Debatte über die Einheit des Maghreb neu entfacht, indem er eindringlich zur Versöhnung zwischen Marokko und Algerien aufruft. Vor dem Hintergrund des diplomatischen Bruchs zwischen den beiden Nachbarländern plädiert er dafür, politische Differenzen – insbesondere die Frage der Westsahara – hinter sich zu lassen und zugunsten einer gemeinsamen regionalen Vision zu handeln. Seine Botschaft versteht sich als Appell an Vernunft und Solidarität: Die Union des Arabischen Maghreb müsse wiederbelebt werden, um eine gemeinsame Zukunft auf Grundlage von Brüderlichkeit und Zusammenarbeit aufzubauen.
Die Gerichte am Berufungsgericht in der tunesischen Provinz Nabeul bereiten sich auf eine zweite Sitzung vor, um über die Berufung gegen das Todesurteil zu entscheiden, das gegen den Bürger Saber Chouchane verhängt wurde, in einem Fall, der eine breite rechtliche und menschenrechtliche Debatte aufgrund von Posts auf „Facebook“ ausgelöst hat.
Tunesien und Algerien wollen mit dem Projekt Medlink eine der größten Energieinitiativen Afrikas umsetzen. Geplant ist der Aufbau von 10 Gigawatt erneuerbarer Kapazitäten aus Solar- und Windenergie kombiniert mit Speichersystemen. Damit könnte die Region zum „grünen Kraftwerk des Mittelmeers“ werden.
Nach dem Angriff: Tunesier solidarisch mit der Mannschaft des Schiffs. Bild GSF.
Auf Videos, die auf den Social-Media-Konten der Global Sumud Flotilla veröffentlicht wurden, ist der Moment zu sehen, in dem das „Familienboot“ von oben von einem leuchtenden Flugobjekt getroffen wurde, das Berichten zufolge ein Feuer auslöste.
Die Schiffe der „Weltweiten Widerstandsflotte“, aus dem Hafen von Barcelona kommend, haben begonnen, im Hafen von Sidi Bou Said im nördlichen Vorort der Hauptstadt Tunis anzulegen, um sich den „Maghrebinischen Widerstandskonvois“ auf dem Weg nach Gaza anzuschließen, in einem Versuch, die auferlegte Blockade zu brechen.
Der Fachkräftemarkt hier war praktisch leergefegt. Darum rekrutierte eine Geschäftsfrau aus Goddert in Rheinland-Pfalz Fachkräfte im Ausland. Eine Erfolgsgeschichte.
Die Bundesregierung plant, Algerien, Marokko und Tunesien per Rechtsverordnung als „sichere Herkunftsstaaten“ zu deklarieren. Die Grünen wittern „Trump-Methoden“.
In Sand in der Seele erzählt Evelyne Kern eindrucksvoll die Geschichte einer binationalen Liebe, die zwischen kulturellen Unterschieden, familiären Zwängen und persönlichen Hoffnungen hin- und hergerissen ist. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und gibt einen tiefen Einblick in die Herausforderungen interkultureller Beziehungen.
Seit dem Abkommen mit der EU hat sich die Lage von Migranten in Tunesien massiv verschlechtert. Das hat auch Auswirkungen auf das Nachbarland Algerien. Hilfsorganisation berichten von massenhaften Abschiebungen in die Wüste.
Im ersten Quartal 2025 wurden 6151 Menschen aus Deutschland abgeschoben. Der Anstieg vom ersten Quartal 2024 zum ersten Quartal 2025 beträgt 28,4 Prozent. Unter den Abgeschobenen im ersten Quartal 2025 waren 1339 Frauen und 1118 Minderjährige. Die große Mehrheit der Abschiebungen erfolgte auf dem Luftweg (5216). 913 Abschiebungen erfolgten auf dem Landweg, 22 auf dem Seeweg.
Eine beeindruckende Demonstration der Solidarität entfaltet sich derzeit in Nordafrika, wo ein Konvoi von Aktivisten aus Tunesien und Algerien sich auf den Weg gemacht hat, um die humanitäre Situation im Gazastreifen ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken.
Die Schlangen sind lang vor dem Büro der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Tunis. Seit einigen Wochen versuchen zunehmend mehr Menschen, hier einen Termin für die sogenannte freiwillige Rückkehr in ihre Heimatländer zu bekommen. Schon am frühen Morgen stehen Männer und Frauen – teils mit kleinen Kindern – vor dem Gebäude in einem Geschäftsviertel der tunesischen Hauptstadt.