Burkina Faso auf der Suche nach den „klugen Köpfen“ der Diaspora

Burkina Faso verstärkt seine Bemühungen, die Kompetenzen seiner im Ausland lebenden Staatsangehörigen für die Entwicklung des Landes zu nutzen. Die jüngste Initiative richtet sich auf einen besonders strategischen Bereich: die Nukleartechnologie. Das burkinische Generalkonsulat in New York hat die Erfassung von Experten und Studierenden aus Burkina Faso angekündigt, die in diesem Bereich tätig sind.

Laut einer am 4. August unterzeichneten und am 6. August 2026 veröffentlichten Mitteilung soll mit dieser Erhebung eine Datenbank der im Ausland vorhandenen nationalen Fachkompetenzen aufgebaut werden. Diese sollen in die Pläne des Landes für wissenschaftliche Entwicklung, Forschung und Ausbildung einbezogen werden. Die Initiative zeigt den Willen der burkinischen Behörden, das wissenschaftliche Potenzial ihrer Diaspora besser zu erfassen, zu vernetzen und zu nutzen.

Auf Wissen statt auf Ressourcen setzen

Die Nukleartechnologie ist ein hochspezialisierter Bereich, der seltene Fachkenntnisse erfordert. Ingenieure, Physiker, Strahlenschutzexperten, Forscher sowie Studierende in entsprechenden Ausbildungsgängen gehören zu den Profilen, die die Regierung Burkina Fasos nun identifizieren möchte.

Burkina Faso verfügt zwar über kein Kernkraftwerk, verfolgt jedoch seit mehreren Jahren Pläne zur friedlichen Nutzung der Nukleartechnologie. Ihre Anwendungsmöglichkeiten betreffen unter anderem Energie, Medizin, Landwirtschaft, Wasserressourcenmanagement, die Bekämpfung bestimmter Tierkrankheiten und die Ernährungssicherheit.

Durch die Erfassung seiner im Ausland lebenden Fachleute hofft Ouagadougou, ein Expertennetzwerk aufzubauen, das nationale Projekte begleiten, Wissen weitergeben und die neue Generation burkinischer Wissenschaftler ausbilden und betreuen kann.

Aus dem „Brain Drain“ einen Entwicklungsmotor machen

Die Abwanderung gut ausgebildeter Fachkräfte nach Europa oder Nordamerika wurde in den Herkunftsländern lange vor allem als Verlust betrachtet. Inzwischen versuchen immer mehr afrikanische Staaten, ihre qualifizierte Diaspora stattdessen als Partner für die nationale Entwicklung zu gewinnen. Genau diesem Ansatz folgt die in New York gestartete Erhebung. Dabei geht es nicht nur darum, herauszufinden, wo sich burkinische Nuklearfachleute befinden. Vielmehr sollen dauerhafte Kontakte zu ihnen aufgebaut und ihre Beteiligung an Forschungsprojekten, Ausbildungsmaßnahmen oder Programmen zum Technologietransfer gefördert werden.

Die Strategie beruht auf einer einfachen Erkenntnis: Kenntnisse und Erfahrungen, die an renommierten Universitäten, in Forschungslaboren oder spezialisierten Industriezweigen erworben wurden, können zu einem wichtigen Motor der Modernisierung werden, wenn sie auch dem Herkunftsland zugutekommen.

Mit dieser Erhebung sendet Burkina Faso daher ein klares Signal an seine im Ausland lebenden Forscher, Ingenieure und Studierenden: Ihr Wissen wird zunehmend als strategisches Kapital für die Entwicklung des Landes betrachtet. (Quelle: afrik.com)