DAS-Afrika-Pressespiegel KW 11: Blick ins Ungewisse

Tansanias Präsident verstorben: Der wegen seiner Corona Politik zuletzt umstrittene Präsident Tansanias John Pombe Magufuli ist am Mittwoch im Alter von 61 Jahren verstorben. Offiziellen Angaben zufolge starb er in einem Krankenhaus in Dar es Salaam an Herzversagen. Ende Februar war er das letzte Mal in die Öffentlichkeit getreten. Seither kursierten Gerüchte über eine mögliche Covid-19-Infektion des Präsidenten, welcher durch eine Verharmlosung der Pandemie in den vergangenen Monaten Schlagzeilen machte. Seit Mai vergangenen Jahres veröffentlicht Tansania keine offiziellen Zahlen zu Corona-Infektionen mehr.

Erst Mitte Februar empfahl Magufuli das Tragen von Masken, nachdem der Vizepräsident der teilautonomen Inselregion Sansibar, Seif Sharif Hamad, an Covid-19 gestorben war. Magufuli wurde 1995 zum ersten Mal unter der Regierungspartei Chama Cha Mapinduzi (CCM) ins Parlament und 2015 mit 58% der Stimmen zum Präsidenten Tansanias gewählt. 2020 wurde der gelernte Lehrer für eine zweite Amtszeit von fünf Jahren wiedergewählt. Magufuli war in seinen sechs Jahren Amtszeit besonders für seine Sparmaßnahmen, Korruptionsbekämpfung und Infrastrukturprojekte im Inland anerkannt. Vorwürfe zur Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit trübten jedoch seine Popularität im Ausland.

Dem Artikel 37(5) der Verfassung des ostafrikanischen Landes zufolge wird das durch Tod vakant gewordene Amt des Präsidenten von der Vizepräsidentin für die verbleibende Amtszeit übernommen. Somit wurde Samia Suluhu Hassan am Donnerstag als neue Präsidentin Tansanias für die kommenden vier Jahre vereidigt. Die Sansibari ist die erste Frau an der Spitze des tansanischen Staates. Suluhu wurde 2000 erstmals in ein öffentliches Amt gewählt und war seit 2015 als Vizepräsidentin tätig. In ihrer Antrittsrede am Donnerstag rief sie eine zweiwöchige Staatstrauer aus und hielt die Bevölkerung Tansanias zur Einheit an. Zudem betonte sie ihre Ambitionen, für Stabilität in dem ostafrikanischen Land zu sorgen. Bisher ist unklar, inwiefern die für ihre ruhiges und bedachtes Auftreten bekannte 61-Jährige die zunehmend autoritäre Politik ihres Vorgängers weiterführen oder ihr Land wieder demokratisch öffnen wird.

Zweite Runde der Parlamentswahlen in der Zentralafrikanischen Republik …

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