Deutsch-ruandisches Startup bietet transparente Kaffee-Lieferkette via Blockchain

Zeitgleich zum zuletzt beschlossenen Lieferkettengesetz bietet das deutsch-afrikanische Unternehmen Kaffee-Kooperative mit Angelique’s Finest einen Kaffee mit komplett nachverfolgbarer Lieferkette. Diese basiert auf einer in Ruanda mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entwickelten Blockchain-Technologie.

  • Die transparente Lieferkette zeigt die faire Verteilung der Wertschöpfung.
  • Direktes Feedback von KundInnen an Produzentinnen wird möglich.
  • Nützliches Tool für Händler zur Nachverfolgung der Lieferkette und Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Lieferkettengesetz ist möglich.

Kaffee ist in der Krise: Der Klimawandel bedroht die Zukunft des Rohstoffs und die, u.a. von intransparenten Lieferketten verursachten niedrigen Preise bedrohen Kaffeebäuerinnen und -bauern weltweit in ihrer Existenz.

Das in Berlin und Kigali ansässige Unternehmen Kaffee-Kooperative will dies ändern und eine wirklich faire Handelskette aufbauen. Das Modell heißt folgerichtig Fairchain. Ein Teil der Lösung ist eine transparente Lieferkette. Das ruandische Partnerunternehmen von Kaffee-Kooperative, Rwashoscco – eine Vereinigung von sechs Kaffeekooperativen, entwickelte dazu mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der International Women’s Coffee Alliance (IWCA) eine übertragbare, quelloffene und erweiterbare Blockchain-basierte Rückverfolgbarkeitslösung.

Zum Einsatz kommt diese in der Lieferkette von Angelique’s Finest, einem Fairtrade-zertifizierten Spezialitäten-Kaffee aus Ruanda, der von Frauen produziert wird. Innerhalb der digitalisierten Wertschöpfungskette werden Daten an allen Verarbeitungsschritten in die Blockchain eingegeben und gespeichert. Der Vorteil: Die Daten in der Blockchain können nicht manipuliert werden und sind für Interessierte transparent einsehbar.

So funktioniert die transparente Blockchain-Lieferkette
Jede Kaffeebäuerin, die Kaffee für Angelique’s Finest produziert, erhält eine digitale ID. KonsumentInnen können die Lieferkette über einen Scan des QR-Codes auf der Verpackung transparent nachvollziehen: von der Ernte und Verarbeitung in Ruanda über die Verschiffung nach Hamburg, das Rösten in Deutschland in einer von den ruandischen Produzentinnen beauftragten Lohnrösterei bis zum Lager und Versand von Berlin aus.

Nachvollziehbar ist zudem die überdurchschnittliche Bezahlung der Produzentinnen im Vergleich zum Weltmarktpreis sowie die Zertifikate (klimaneutral, Fairtrade). KonsumentInnen haben zudem die Möglichkeit den Produzentinnen von Angelique’s Finest direktes Feedback zu übermitteln.

Die Vorteile einer transparenten Lieferkette
VerbraucherInnen können schnell und einfach Lieferketten nachverfolgen und sich so für einen nachhaltigen, klimaneutralen und fairen Kaffee entscheiden, der nur von Frauen hergestellt wird.  Über die Feedback-Funktion können sie zudem in direkten Austausch mit den Produzentinnen treten.

Für ProduzentInnnen stellen transparente Lieferketten eine faire Teilhabe an der Wertschöpfung sicher. Einkommen und Lebensstandards werden so verbessert. Die Produzentinnen von Angelique’s Finest gewinnen finanzielle Unabhängigkeit und ein höheres Ansehen in den Kooperativen. Sie profitieren zudem von einem verbesserten Monitoring der Produktqualität. Die Blockchain-Technologie schafft zudem die Voraussetzungen für weitere Entwicklungen in Ruanda, etwa die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen über die Blockchain.

Händlern wie Kaffee-Kooperative bietet eine transparente Lieferkette valide Informationen zur Herkunft und zur Verarbeitung des Kaffees. Die Blockchain-Lösung ermöglicht eine relevante Zeit- und Kostenersparnis beim Einhalten von Sorgfaltspflichten, auch in Hinblick auf das kommende Lieferkettengesetz.

„Wir gratulieren unseren Partnerinnen in Ruanda und allen Beteiligten zu diesem bedeutsamen Schritt, der den Weg in eine nachhaltige und faire Zukunft des Kaffeesektors zeigt. Zugleich freuen wir uns, unseren KundInnen nun transparent aufweisen zu können, dass die Produzentinnen deutlich mehr verdienen als im üblichen Handelsmodell,” so Melanie Grundmann, Co-Gesellschafterin bei Kaffee-Kooperative.

Angelique Karekezi, Geschäftsführerin von Rwashoscco, fügt hinzu: „Rwashoscco ist sehr stolz darauf, die Blockchain als starke Säule unseres Produktmarketings und zur Nachverfolgbarkeit der Arbeit unserer Produzentinnen zu nutzen.“ (kaffee-cooperative.de)