
Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo (DRK) kündigte am 5. April 2026 an, vorübergehend Migranten aufzunehmen, die aus den USA abgeschoben wurden. Erste Details zum Ablauf, zur Dauer und zu den Hintergründen wurden nun von Regierungsquellen gegenüber RFI präzisiert.
Begrenztes und schrittweises Programm
Offizielle Zahlen gibt es nicht. Laut Regierung handelt es sich um ein „begrenztes, schrittweises und kontrolliertes“ Verfahren, bei dem jeder Fall einzeln geprüft wird. Wie viele Menschen tatsächlich aufgenommen werden, bleibt unklar.
Aufenthalt bis zu sechs Monate
Die Migranten sollen sich nur vorübergehend im Land aufhalten, bis sie in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Die Aufenthaltsdauer kann laut Angaben bis zu drei bis sechs Monate betragen. Insgesamt ist das Programm auf etwa ein Jahr angelegt.
Allerdings zeigen Erfahrungen aus anderen Ländern, dass Rückführungen oft schwierig sind – etwa wenn Herkunftsländer die Rücknahme verweigern. Alternativlösungen wurden bisher nicht genannt.
Erste Ankünfte noch im April erwartet
Die ersten Migranten könnten bereits vor Ende April eintreffen. Die Regierung betont, das Programm sei flexibel und könne jederzeit angepasst oder gestoppt werden.
Welche Vorteile hat die DRK?
Offiziell spricht die Regierung von „Solidarität“ und einem Ausbau staatlicher Kapazitäten, etwa im Sicherheitsbereich. Finanzielle Gegenleistungen werden nicht klar bestätigt, auch wenn US-Berichte solche Zahlungen in anderen Ländern erwähnen. Die DRK betont lediglich, dass der Staatshaushalt nicht belastet werde.
Kritik von Menschenrechtsorganisationen
Die Regierung weist Kritik zurück und betont, das Programm erfolge mit Unterstützung internationaler Organisationen und im Einklang mit internationalen Abkommen wie der Genfer Flüchtlingskonvention.
Menschenrechtsgruppen warnen jedoch vor möglichen Verstößen gegen das Prinzip der Nicht-Zurückweisung, das Abschiebungen in unsichere Länder verbietet – auch in Drittstaaten.
Teil einer größeren US-Politik
Die USA verlagern zunehmend abgeschobene Migranten in Drittstaaten, insbesondere wenn eine Rückführung ins Herkunftsland nicht möglich ist. Laut einem US-Senatsbericht wurden etwa 300 Personen auf diese Weise verlegt – bei Kosten von über 40 Millionen Dollar. Einige afrikanische Länder erhielten dafür offenbar finanzielle Unterstützung.
Mehrere Staaten reagieren unterschiedlich:
- Ghana und Uganda haben bereits Migranten aufgenommen,
- Kamerun soll ein geheimes Abkommen geschlossen haben,
- Nigeria hat eine Teilnahme abgelehnt.
In diesem Kontext hat sich auch die DR Kongo bereit erklärt, Teil dieses Systems zu werden.