
Trotz eines Angebots über 500 Millionen Rand (etwa 26,4 Millionen Euro) zur Anbindung von 5.000 Schulen im ländlichen Raum ist Starlink in Südafrika weiterhin nicht lizenziert. Der Konflikt hat sich zugespitzt, da rund 14.000 Einwohner Wege gefunden haben, den Dienst dennoch zu nutzen – was Musk in direkten Gegensatz zum strengen Regulierungsrahmen der Aufsichtsbehörde ICASA bringt. Die anhaltende regulatorische Blockade scheint den Milliardär zunehmend zu frustrieren, zumal sein Geburtsland Starlink bislang nicht genehmigt hat, während der Dienst in weiten Teilen des Kontinents Lizenzen erhält.
Als Reaktion auf einen Beitrag des X-Nutzers DogeDesigner, der auf die Investition über 500 Millionen Rand verwies, schrieb Musk: „Aber es ist immer noch auf Eis“, womit er seine anhaltende Frustration über regulatorische Hürden signalisierte.
Musk, der in Südafrika geboren wurde, hatte zuvor behauptet, Starlink werde im Land blockiert, weil er „nicht Schwarz“ sei – eine Aussage, die südafrikanische Regierungsvertreter öffentlich zurückgewiesen haben.
Die erneuten Spannungen kommen zu einer Zeit zunehmenden Drucks durch die Independent Communications Authority of South Africa (ICASA), die gewarnt hat, dass der Zugang zu Starlink über im Ausland registrierte Roaming-Pakete gegen nationale Telekommunikationsgesetze verstößt.
Die Regulierungsbehörde hat begonnen, nicht genehmigte Geräte zu inspizieren und zu beschlagnahmen, während Analysten zugleich auf eine steigende Nachfrage nach Satelliten-Breitband in unterversorgten Regionen hinweisen.
Eigentumsregeln blockieren Lizenz
Im Zentrum des Streits stehen Eigentumsvorgaben des südafrikanischen Electronic Communications Act. Dieser schreibt vor, dass 30 % der Anteile lizenzierter Telekommunikationsbetreiber im Besitz historisch benachteiligter Gruppen sein müssen.
Da Starlink diese Schwelle nicht erfüllt, konnte das Unternehmen bislang keine Betriebslizenz erhalten.
Im Juni 2025 wurde berichtet, dass Starlink eine Investition von 2,5 Milliarden Rand (145,6 Millionen US-Dollar) als mögliche Alternative zur Erfüllung der Black-Economic-Empowerment-(BEE-)Vorgaben erwog.
Laut Business Day schlug Starlink Partnerschaften mit lokalen Unternehmen vor – unter anderem für Landpacht, Glasfaseranbindungen, Energiedienstleistungen und Wartung –, um den Compliance-Anforderungen zu entsprechen.
Der Vorschlag gewann im Dezember 2025 weiter an Bedeutung, als Südafrika einen Politikwechsel einführte, der es ausländischen Satellitenbetreibern erlaubt, Empowerment-Ziele über sogenannte Equity Equivalent Investment Programmes (EEIPs) zu erfüllen. Diese erlauben entwicklungspolitische Investitionen anstelle einer direkten Anteilsübertragung.
Bemerkenswert ist, dass Musks Zusage zur Anbindung von Schulen in diesen Rahmen fällt – eine regulatorische Genehmigung steht jedoch weiterhin aus.
Druck aus dem ländlichen Raum wächst – Starlink setzt auf öffentliche Kampagne
Unterdessen hat der anhaltende Streit den Druck von Landwirten und ländlichen Gemeinden erhöht, die argumentieren, dass die eingeschränkte Konnektivität wirtschaftliche Aktivitäten sowie den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen behindert.
In einem offensichtlichen Versuch, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, startete Starlink im Februar 2026 eine öffentliche Kampagne, um – wie es hieß – „Mythen und Fakten“ über seine Geschäftstätigkeit zu erläutern, und rief Unterstützer dazu auf, sich im Zusammenhang mit Regulierungsreformen an ICASA zu wenden.
Illegale Nutzung und Durchsetzung
Während der Lizenzstreit andauert, greifen schätzungsweise 14.000 oder mehr Südafrikaner ohne Genehmigung auf Starlink zu – über Roaming-Pakete, die in Nachbarländern wie Mosambik registriert sind.
Laut Eyes Witness gibt es „Wiederverkäufer, die in Ländern stationiert sind, in denen Starlink verfügbar ist; sie verwalten das Konto für einen“.
Starlink hat gewarnt, dass südafrikanischen Nutzern, die gegen die Roaming-Bedingungen verstoßen, bis Ende April der Satelliten-Internetdienst abgeschaltet werden könnte.
Branchenanalysten gehen davon aus, dass ein legaler Start bis Ende 2026 möglich wäre, sofern die regulatorischen Probleme gelöst werden.
Rechtliche Schritte lokaler Wettbewerber könnten die Genehmigung jedoch bis spätestens 2030 verzögern. (Quelle: africa.businessinsider)