Gabun: Elefanten Ursache für Zunahme der Armut in ländlichen Gebieten

Die zunehmende Armut in den ländlichen Gebieten der 9 gabunischen Provinzen sei vor allem auf die Elefanten zurückzuführen, erfährt man aus einem Bericht, der auf der Website des Premierministers veröffentlicht wurde und der einen Bericht des Wirtschafts-, Sozial- und Umweltrates (CESE) zitiert.

Dem Bericht zufolge scheint der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion ein Problem zu sein, das angegangen werden sollte, ebenso wie die Verunsicherung in der Bevölkerung. Um sich vor ihrem Hauptgegner, dem Elefanten, zu schützen, sind die Menschen in den ländlichen Gebieten zur Untätigkeit gezwungen. Bei seinem Besuch in den neun Provinzen des Landes hat sich der CESE mit den Anliegen der gabunischen Bevölkerung in den neun Provinzen auseinandergesetzt.  Es zeigte sich, dass die Situation in allen Provinzen nahezu identisch ist und die Menschen die gleichen Sorgen äußern.

Die Lösung dieses Problems erfordert den Einsatz von finanziellen Mitteln. Der CESE, der bereits eine Einschätzung der Kosten vorgenommen hat, wartet nun darauf, dass der Premierminister die betroffenen Ministerien einbezieht. Das Ziel ist es, diesen Mensch-Wildtier-Konflikt zu lösen. Der Bericht wird demnächst von der Premierministerin Christiane Ossouka Raponda dem Präsidenten der Republik vorgelegt.

Laut einer Studie, die von gabunischen Wissenschaftlern und Experten der Universität Stirling durchgeführt wurde und deren Ergebnisse am 22. Oktober von Professor John Lee White, Minister für Wasser und Wälder, vorgestellt wurden, greifen hungrige Elefanten die Plantagen der Landbevölkerung an. Der Klimawandel hat einen direkten Einfluss auf die Obstproduktion und die Verfügbarkeit in den Wäldern. Das ist der Grund, warum „die Elefanten hungrig sind, immer dünner werden und sich immer mehr in den Plantagen aufhalten“, sagte der Forstminister Lee White bei der Vorstellung dieser Studie.

Ein Phänomen, das sich in vielen afrikanischen Ländern ausbreitet, denn der Mensch-Wildtier-Konflikt ist nicht neu. Eine 2010 veröffentlichte FAO-Studie weist darauf hin, dass in einigen semiariden ländlichen Agrarregionen Simbabwes und Kenias Elefantenschäden zwischen 75 und 90 % aller durch große Wildtiere verursachten Schäden im Jahr 1993 ausmachten.