
Zwei Tage nachdem Rom bei einem Treffen der EU-Innenminister zur Migrationskrise in Ceuta vorgeschlagen hatte, die Auslagerung von Asylverfahren finanziell zu unterstützen, hat die ruandische Regierung bestätigt, dass sie mit Italien über ein entsprechendes Projekt verhandelt, berichtet RFI.
Wenige Tage nach dem italienischen Vorstoß für ein europäisches Netz von außerhalb der EU angesiedelten Asyl- und Rückführungszentren erklärte Ruandas Regierungssprecherin Yolande Makolo am Donnerstag (6. August), dass die Gespräche mit Italien andauern.
Nach ihren Angaben geht es dabei unter anderem um die Erfahrungen Ruandas mit dem Notfall-Transitmechanismus in Gashora. Dieses 2019 eingerichtete Programm ermöglicht die vorübergehende Aufnahme von aus Libyen evakuierten Migranten. Diskutiert werden außerdem die Dauer der Asylverfahren sowie die Weiterreise der Betroffenen in andere Aufnahmeländer.
Bereits am 4. August hatte Italien bei einer außerordentlichen Videokonferenz der EU-Innenminister zur Ceuta-Krise vorgeschlagen, von der EU finanzierte Migrationszentren außerhalb des Schengen-Raums einzurichten. Dort sollten Asylverfahren und Rückführungen abgewickelt werden.
Das Modell orientiert sich an dem bereits bestehenden Abkommen zwischen Italien und Albanien. Nach den italienischen Plänen könnten ähnliche Vereinbarungen auch mit mehreren afrikanischen Staaten geschlossen werden, darunter Uganda, Ghana und Ruanda.
Sollte das Vorhaben mit Italien umgesetzt werden, würde es die bestehenden Migrationsabkommen Ruandas ergänzen. Dazu zählen das inzwischen aufgegebene Abkommen mit dem Vereinigten Königreich aus dem Jahr 2022 sowie eine 2025 mit den USA geschlossene Vereinbarung über die vorübergehende Aufnahme von aus den Vereinigten Staaten abgeschobenen Personen.