Nigeria ignoriert Warnungen des IWF und treibt 5-Milliarden-Dollar-Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten voran

Trotz der Warnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat Nigeria sein Kreditabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) über 5 Milliarden US-Dollar weiter vorangetrieben. Berichten zufolge hat das westafrikanische Land bereits 1,5 Milliarden US-Dollar aus der Anfang des Jahres vereinbarten Finanzierungslinie über insgesamt 5 Milliarden US-Dollar abgerufen.

Das Kreditabkommen mit der First Abu Dhabi Bank, dem größten Finanzinstitut der Vereinigten Arabischen Emirate, stellt die erste Tranche einer sogenannten Total Return Swap (TRS)-Finanzierung über 5 Milliarden US-Dollar dar, die am 31. März von der Nationalversammlung genehmigt wurde.

Der Schritt erfolgt trotz wachsender Bedenken internationaler Finanzinstitutionen.

Die Mittel aus dem Kredit sollen den Staatshaushalt 2026 stützen, wichtige Infrastrukturprojekte finanzieren und bestehende Schulden umschulden.

Nach der Zustimmung des Parlaments im April bezeichneten nigerianische Abgeordnete die Kreditkonditionen laut Bloomberg als wettbewerbsfähig.

Die erste Tranche wird mit einem Zinssatz von 395 Basispunkten über dem Secured Overnight Financing Rate (SOFR) bepreist. Für die weiteren Tranchen ist ein Zinssatz von SOFR plus 400 Basispunkte vorgesehen.

Durch die Vereinbarung wächst zugleich die finanzielle Abhängigkeit Nigerias von dem Kreditgeber, der bereits Darlehen in Höhe von rund 1,2 Milliarden US-Dollar für den Bau eines Abschnitts einer neuen Schnellstraße bereitgestellt hatte.

Nigeria stellt als Sicherheit Vermögenswerte in Landeswährung im Gegenwert von 133,3 Prozent des Kreditbetrags.

Bereits Anfang dieses Monats hatte der IWF vor der Kreditstruktur gewarnt. Solche Finanzinstrumente seien häufig intransparent, komplex und hinsichtlich ihrer Risiken nur schwer vollständig zu bewerten.

Der Leiter der IWF-Mission für Nigeria, Christian Ebeke, erklärte, Instrumente wie Total Return Swaps (TRS) seien oft wenig transparent, wodurch es für Beteiligte schwieriger werde, die Vertragsbedingungen und die langfristigen Auswirkungen auf die Staatsfinanzen einzuschätzen.

„Unserer Ansicht nach bergen Transaktionen dieser Art Risiken. Sie sind in der Regel undurchsichtig, sodass die Bedingungen bei der Bewertung solcher Instrumente in verschiedenen Ländern nicht immer ausreichend transparent sind“, sagte Ebeke nach der jüngsten Artikel-IV-Konsultation des IWF.

Nach Einschätzung des IWF könnten Teile der Vereinbarung zudem politische Einschränkungen für die Geld- oder Wechselkurspolitik mit sich bringen.

Den jüngsten Angaben des nigerianischen Debt Management Office zufolge beliefen sich die Auslandsschulden Nigerias zum 31. Dezember auf 51,9 Milliarden US-Dollar. (Quelle: africa.businessinsider)