Ostafrika: Zivilgesellschaft lehnt Finanzierung der Ölpipeline Uganda-Tansania ab

Rund 265 Organisationen der Zivilgesellschaft haben die Banken aufgefordert, den Bau der 1445 Kilometer langen Ölpipeline zwischen Uganda und Tansania nicht zu finanzieren.Die Organisationen sind der Meinung, dass sich die Pipeline „als finanziell nicht tragfähig erweisen oder inakzeptable Klimaschäden verursachen wird“ und lokale Gemeinden, die Wasserversorgung und die Artenvielfalt bedroht.

Sie haben ihre Forderungen in einem offenen Brief an drei Banken, die als Finanzberater für das Projekt fungieren, und an 22 Kreditbanken dargelegt. Zu den Unterzeichnern gehören Organisationen aus 49 Ländern, davon 122 aus Afrika und 84 aus betroffenen Ländern (Uganda, Kenia, DR Kongo).  Die Gruppe hat die potenziellen negativen Auswirkungen des Projekts detailliert beschrieben, heißt es.

Dem Schreiben zufolge wird das Projekt den Klimawandel anheizen, indem es Öl transportiert, das jedes Jahr mehr als 34 Millionen Tonnen Kohlenstoffemissionen verursachen wird – mehr als die derzeitigen jährlichen Emissionen von Uganda und Tansania zusammen. Darüber hinaus hätte die Pipeline negative Auswirkungen auf Gemeinden und Rechte. Etwa 14.000 Haushalte in Uganda und Tansania würden durch die Pipeline Land verlieren. Eine weitere Sorge sind mögliche Ölverschmutzungen: ein Drittel der East African Crude Oil Pipeline (EACOP) soll im Becken des Viktoriasees gebaut werden, der für bis zu 40 Millionen Menschen Wasser und Lebensgrundlage ist.

Laut David Pred, Executive Director von Inclusive Development International (IDI), „ist es ein gefährlicheres Projekt zu einem für den Planeten gefährlichen Zeitpunkt.“

Die endgültige Investitionsentscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet. Die Pipeline wird voraussichtlich 3,5 Milliarden Dollar kosten, wovon 2,5 Milliarden Dollar von den Geldgebern kommen werden. (Quelle: adiac-congo.com, Foto: Logga Wiggler / Pixabay)