
Ein Händler berichtete dem Sender, wie russische Söldner, die in Mali im Kampf gegen dschihadistische Gruppen eingesetzt wurden, direkt vor seinen Augen zwei Männer erschossen. Anschließend hätten sie ihm selbst gedroht, ihm die Finger abzuschneiden und ihn ebenfalls zu töten.
Diese Aussage ist nur eine von mehreren, die die BBC gesammelt hat. Sie zeichnen ein Bild der Methoden, mit denen russische Kämpfer im Rahmen einer besonders brutalen Anti-Aufstandsoperation gegen islamistische Milizen in dem westafrikanischen Staat vorgingen – Vorgehensweisen, die von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert werden.
Im Jahr 2021 übernahm in Mali eine Militärjunta die Macht und verwies die französischen Truppen aus dem Land, denen sie vorwarf, den Aufstand nicht unter Kontrolle zu bekommen. Daraufhin wandte sich die Junta an Russland und bat um Unterstützung durch die Söldnergruppe Wagner, die damals enge Verbindungen zum Kreml hatte.
Inzwischen hat sich Wagner aus Mali zurückgezogen; die Einsätze werden nun von Africa Corps, einer Einheit unter Kontrolle des russischen Verteidigungsministeriums, weitergeführt. Ein Bericht des European Council on Foreign Relations, der im vergangenen Monat veröffentlicht wurde, beschreibt zudem, wie Wagner-Söldner in einem inzwischen geschlossenen privaten Telegram-Kanal über ihre Gräueltaten berichteten.
Dem Bericht zufolge wurden „regelmäßig Fotos und Videos von Tötungen, Vergewaltigungen, Folter, Kannibalismus und der Schändung von Leichen geteilt – sowohl von mutmaßlichen Aufständischen als auch von Zivilisten“.
Im Juni meldete Africa Report, sie habe einen mit Wagner verbundenen Telegram-Kanal infiltriert und dort 322 Videos sowie 647 Fotos mit Darstellungen schwerster Misshandlungen entdeckt – darunter abgetrennte Köpfe, herausgerissene Augen und rassistische Beiträge. (Quelle: BBC)