
P. B. (17), Schüler der Abschlussklasse des Ndayane-Gymnasiums in Diourbel, hatte auf die Versprechen eines Marabouts vertraut. Für 50.000 CFA-Franc garantierte dieser ihm angeblich das Bestehen des Abiturs – ganz ohne Risiko. Das Ergebnis: Der Schüler fiel durch, der Marabout verschwand. Als P. B. ihn schließlich auf einem Pferdewagen am Stadtrand entdeckte, nahm die Geschichte eine handfeste Wendung.
P. B. besucht die Abschlussklasse des Lycée Ndayane in Diourbel. Während die Schulbehörde in diesem Jahr bei 11.436 Prüflingen eine Erfolgsquote von 31,55 Prozent verzeichnete, scheiterte er am allgemeinen Abitur. Anders als viele seiner Mitschüler reagierte er zunächst ruhig. Er kehrte schweigend zu seinen Eltern im Stadtteil Keur Cheikh Ibrahima Fall zurück. Hinter seiner Enttäuschung steckte jedoch noch etwas anderes: Er war offenbar Opfer eines Betrugs geworden.
Der Schüler hatte sein Fahrrad verkauft, um den Marabout zu bezahlen
Einige Wochen vor den Prüfungen war P. B. auf den Marabout ST gestoßen. Dieser behauptete, mit seinen spirituellen Kräften den sicheren Prüfungserfolg garantieren zu können. Der Preis: 50.000 CFA-Franc für ein garantiert bestandenes Abitur – ohne Nachprüfung und ohne jedes Risiko.
Um das Geld aufzubringen, verkaufte der Schüler sein Fahrrad, sein einziges Verkehrsmittel für den täglichen Weg zur Schule, für 65.000 CFA-Franc. Am Abend des 18. Juni überwies er wie vereinbart 50.000 CFA-Franc an den Marabout. Den Rest wollte er für seine laufenden Ausgaben behalten.
Anschließend lernte er weiter für die Prüfungen – überzeugt davon, dass das Versprechen des Marabouts Wirkung zeigen würde. Als die Prüfungsergebnisse veröffentlicht wurden, folgte jedoch die Ernüchterung: P. B. bestand nicht einmal die erste Prüfungsrunde und war auch nicht für die Nachprüfungen zugelassen.
Der Schüler versuchte daraufhin mehrfach, den Marabout telefonisch zu erreichen. Dieser wies zunächst seine Anrufe ab, blockierte schließlich seine Nummer und legte sogar auf, wenn P. B. von einem anderen Telefon aus anrief und ihn an seiner Stimme erkannte.
Der Marabout war verschwunden.
P. B. wollte sich damit jedoch nicht abfinden. Nachdem er sein Fahrrad verkauft und viel Geld verloren hatte, begann er, gezielt nach dem Mann zu suchen. Er befragte Bekannte und suchte in der Nachbarschaft nach Hinweisen.
Am 6. Juli entdeckte er den Marabout schließlich zufällig auf einem Pferdewagen. Unauffällig folgte er ihm bis an den Stadtrand von Diourbel in Richtung Ngohé.
Dort stellte er den Mann zur Rede und griff ihn an. Dem körperlich überlegenen Jugendlichen hatte der Marabout wenig entgegenzusetzen und musste mehrere Schläge einstecken.
Schließlich übergab ST dem Schüler die 27.000 CFA-Franc, die er bei sich hatte, und versprach, den Rest des Geldes noch vor Ende Juli zurückzuzahlen.
Damit war der Streit zunächst beigelegt – ohne Einschaltung der Polizei oder eines Gerichts. (Quelle: senenews)