USA bauen Sicherheitspräsenz in Ostafrika durch maritimes Abkommen mit Tansania aus

USA bauen Sicherheitspräsenz in Ostafrika durch maritimes Abkommen mit Tansania aus

Die Vereinigten Staaten haben der Regierung der Vereinigten Republik Tansania offiziell eine neue, von den USA finanzierte maritime Einrichtung übergeben. Dieser Schritt unterstreicht die wachsende verteidigungs- und wirtschaftspolitische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

Die neue Anlage, die an die Tanzania People’s Defence Force (TPDF) übergeben wurde, soll Tansania dabei helfen, seine maritimen Operationen zu stärken und die Kapazitäten zur Wartung von Schiffen zu verbessern. Offizielle Stellen betonen, dass die Investition weit mehr als nur Infrastruktur darstellt – sie symbolisiere eine langfristige Partnerschaft, die auf gemeinsamer Sicherheit und gemeinsamem Wohlstand beruhe.

Der Geschäftsträger der US-Botschaft in Dar es Salaam, Andrew Lentz, bezeichnete das Projekt als einen Meilenstein in den bilateralen Beziehungen.

„Diese Einrichtung steht für unsere gemeinsame Vision einer sicheren und prosperierenden Zukunft. Indem wir in die maritimen Fähigkeiten Tansanias investieren, stärken wir die Bande des Vertrauens und der Zusammenarbeit, die beide Nationen sicherer und wohlhabender machen“, sagte er.

Nach Angaben der Botschaft wird die Anlage die Fähigkeit der TPDF-Marine verbessern, ihre Schiffe instand zu halten und nachhaltig zu betreiben. Dadurch sollen Einsatzbereitschaft und Professionalität im Einklang mit der Nationalen Verteidigungsstrategie des US-Verteidigungsministeriums gesteigert werden.

Der westliche Indische Ozean zählt zu den verkehrsreichsten Handelsrouten der Welt und verbindet Afrika mit Asien und dem Nahen Osten. Über ihn verlaufen entscheidende Schifffahrtswege für Öl, Gas und Waren. Gleichzeitig ist die Region jedoch mit Bedrohungen wie Piraterie, illegaler Fischerei und Schmuggel konfrontiert – Herausforderungen, die koordinierte maritime Sicherheitsmaßnahmen erfordern.

Für Washington trägt der Ausbau der maritimen Kapazitäten Tansanias zu einem umfassenderen regionalen Ansatz bei, der die Sicherheit der Seewege gewährleisten und den legalen Handel fördern soll. Für Tansania fügt sich dies in das Ziel ein, sich zu einem Logistik- und Schifffahrtszentrum in Ostafrika zu entwickeln.

Tansania hat in den vergangenen Jahren im Rahmen seiner Strategie zur blauen Wirtschaft sowohl den Hafen von Dar es Salaam als auch den Hafen von Tanga ausgebaut. Diese Strategie zielt darauf ab, die Meeresressourcen für wirtschaftliches Wachstum zu nutzen. Eine verbesserte Marineinfrastruktur stärkt diese Vision, indem sie die Küstenüberwachung und die Hafensicherheit erhöht und das Land damit für maritime Investoren attraktiver macht.

Das Vertrauen der Vereinigten Staaten in die Führung und die technische Leistungsfähigkeit Tansanias signalisiert zudem eine Vertiefung der Partnerschaft über den Verteidigungsbereich hinaus – etwa in den Bereichen Hafenmanagement, Logistik und regionale Sicherheitskooperation.

Der Zeitpunkt der Übergabe fällt mit der Militärübung Cutlass Express 2026 zusammen, die derzeit in Tanga und in der gesamten Region des Indischen Ozeans stattfindet. An der gemeinsamen Übung nehmen Seestreitkräfte aus Afrika, den Vereinigten Staaten und weiteren internationalen Partnerländern teil. Ziel ist es, die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Schmuggel sowie bei der Durchsetzung des Seerechts zu verbessern.

Die Ausrichtung von Cutlass Express 2026 positioniert Tansania als wichtigen operativen Knotenpunkt für regionale maritime Ausbildung und den Austausch von Geheimdienstinformationen und stärkt damit weiter sein Profil als verlässlicher Partner in der sich wandelnden Sicherheitslandschaft Afrikas.

Über den Verteidigungsbereich hinaus könnte die maritime Einrichtung auch indirekte wirtschaftliche Chancen eröffnen. Eine verbesserte Küstensicherheit verringert Risiken für Schifffahrtsunternehmen, steigert die Effizienz der Häfen und fördert das Vertrauen von Investoren – insbesondere von Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Fischerei, Offshore-Energie und Schiffsinstandhaltung.

Durch die Verknüpfung strategischer Verteidigungszusammenarbeit mit wirtschaftlicher Entwicklung machen beide Staaten deutlich, dass Sicherheit und Wohlstand im westlichen Indischen Ozean untrennbar miteinander verbunden sind. (Quelle: africa.businessinsider)