
Die Vereinigten Staaten haben 19 afrikanische Länder ausgewählt, die künftig als regionale Zentren für die Bearbeitung von Visa-Anträgen dienen sollen. Dies ist Teil einer geplanten Neustrukturierung der konsularischen Dienstleistungen auf dem Kontinent und könnte den Zugang von Millionen Afrikanern zu US-Visa grundlegend verändern.
Laut einem internen Memorandum des US-Außenministeriums, auf das sich die Nachrichtenagentur Associated Press beruft, plant Washington, die Zahl der US-Botschaften und Konsulate in Afrika, die Visa-Anträge bearbeiten, von derzeit 50 auf lediglich 20 Standorte zu reduzieren.
Die ausgewählten Visa-Zentren befinden sich in:
- Abidjan, Elfenbeinküste
- Accra, Ghana
- Addis Abeba, Äthiopien
- Kapstadt und Johannesburg, Südafrika
- Dakar, Senegal
- Daressalam, Tansania
- Dschibuti, Dschibuti
- Kampala, Uganda
- Kigali, Ruanda
- Kinshasa, Demokratische Republik Kongo
Weitere Standorte sind:
- Lagos, Nigeria
- Lomé, Togo
- Luanda, Angola
- Malabo, Äquatorialguinea
- Monrovia, Liberia
- Nairobi, Kenia
- Port Louis, Mauritius
- Praia, Kap Verde
- Yaoundé, Kamerun
Südafrika beherbergt zwei der vorgesehenen Zentren – in Kapstadt und Johannesburg –, wodurch sich die Gesamtzahl der Visa-Bearbeitungsstandorte auf 20 erhöht.
Durch die Umstrukturierung würden regionale Schwergewichte wie Nigeria, Kenia, Südafrika und Ghana eine noch wichtigere Rolle bei der Abwicklung von Reisen zwischen Afrika und den Vereinigten Staaten übernehmen.
Regionale Zentren als Gewinner der Reform
Die neue Regelung würde die ausgewählten Länder faktisch zu regionalen Drehkreuzen für US-Visaantragsteller machen.
Bürger aus Nachbarstaaten, deren Länder künftig keine Visa-Bearbeitungsdienste mehr anbieten, müssten möglicherweise in diese Zentren reisen, um Interviews, biometrische Erfassungen und andere konsularische Verfahren zu absolvieren.
So könnten beispielsweise Antragsteller aus Botswana, Namibia, Sambia, Simbabwe, Lesotho, Malawi und Mosambik künftig nach Südafrika verwiesen werden. Reisende aus Teilen Westafrikas würden verstärkt auf Zentren in Ghana, Senegal, der Elfenbeinküste oder Nigeria angewiesen sein.
Der Vorschlag ist Teil einer umfassenderen Reform der diplomatischen und einwanderungspolitischen Strukturen der USA unter der Regierung von Präsident Donald Trump, die strengere Einwanderungskontrollen und eine höhere Effizienz bei konsularischen Dienstleistungen in den Vordergrund stellt.
Während Befürworter die Zusammenlegung als kostensparende Maßnahme betrachten, warnen Kritiker davor, dass die Konzentration der Visa-Bearbeitung auf weniger Standorte zu längeren Wartezeiten und höheren Reisekosten für Antragsteller aus Ländern ohne eigenes Visa-Zentrum führen könnte.
Besonders betroffen wären Studierende, Unternehmer und Geschäftsreisende, die häufig unter engen Zeitvorgaben arbeiten und möglicherweise zusätzliche grenzüberschreitende Reisen unternehmen müssten, bevor sie in die Vereinigten Staaten reisen können.
Sollte die Reform umgesetzt werden, würde sie eine der bedeutendsten Veränderungen der US-Visapolitik in Afrika der vergangenen Jahre darstellen. Sie würde eine neue Landkarte regionaler Visa-Zentren schaffen, gleichzeitig jedoch den direkten Zugang zu amerikanischen Konsulardiensten in großen Teilen des Kontinents einschränken. (Quelle: Newsletter africa.businessinsider.com)