AFRIKA-Tagespressespiegel vom 02. Juni 2026

Senegal: Premierminister stellt Regierung mit 30 Mitgliedern zur Umsetzung des Präsidialprogramms vor

Premierminister Al Aminou Lo hat am Montag, dem 1. Juni 2026, die Zusammensetzung der neuen Regierung bekannt gegeben. Das Kabinett besteht aus 30 Mitgliedern und soll nach seiner Ernennung am 25. Mai die staatliche Politik unter seiner Leitung umsetzen.

Bei der Vorstellung der neuen Regierung erklärte Lo, dass deren Bildung nach den üblichen Konsultationen mit den verschiedenen beteiligten Akteuren erfolgt sei, insbesondere mit dem Vorsitzenden der Pastef-Partei.

Der Regierungschef betonte zudem den Willen des Präsidenten, das nationale Interesse über parteipolitische Erwägungen zu stellen. Nach seinen Worten hält das Staatsoberhaupt weiterhin an den Grundsätzen des politischen Projekts fest, das von der senegalesischen Bevölkerung unterstützt wurde, sowie an den Leitlinien der „Vision Sénégal 2050“. (Quelle: allAfrica)

Benin: Romuald Wadagni startet westafrikanische Diplomatiereise

Der beninische Präsident Romuald Wadagni wird am Dienstag, dem 2. Juni, in Ouagadougou erwartet. Die Reise ist Teil einer diplomatischen Tour durch Westafrika, die ihn außerdem nach Niger, Togo, Côte d’Ivoire und Ghana führen wird – nur wenige Tage nach seiner Amtseinführung. Laut einer Mitteilung der staatlichen Protokolldirektion wurden die burkinischen Behörden aufgefordert, das Staatsoberhaupt bei seiner Ankunft am internationalen Flughafen von Ouagadougou am Nachmittag zu empfangen.

Die Reise ist Teil einer Reihe regionaler Besuche, die Wadagni eine Woche nach seinem Amtsantritt begonnen hat. Nach einem ersten offiziellen Besuch in Nigeria am 1. Juni wird er nach Niamey reisen, um Gespräche mit seinem nigrischen Amtskollegen General Abdourahamane Tiani zu führen. Anschließend wird er Burkina Faso besuchen, wo ein Treffen mit Hauptmann Ibrahim Traoré angekündigt wurde. (Quelle: Apanews)

Südafrika: Fünf Mosambikaner bei fremdenfeindlichen Ausschreitungen getötet

Mosambik hat am Dienstag den Tod von fünf seiner Staatsangehörigen bei fremdenfeindlichen Gewalttaten in Südafrika bekannt gegeben. Die Vorfälle ereigneten sich am Wochenende in der Stadt Mossel Bay und zwangen Hunderte Menschen zur Flucht oder Rückkehr nach Mosambik.

Nach Angaben der mosambikanischen Regierung waren rund 800 Staatsbürger von den Gewalttaten betroffen, die am Freitag in Mossel Bay in der Provinz Westkap begannen. Insgesamt seien sieben Menschen ums Leben gekommen: Fünf wurden bei fremdenfeindlichen Angriffen getötet, zwei weitere starben bei einem Verkehrsunfall auf dem Weg zurück nach Mosambik. (Quelle: Africa Radio)

Westafrika: Strategische Konferenz zu öffentlicher Gesundheit in Abidjan

Die ivorische Wirtschaftsmetropole Abidjan ist vom 1. bis 2. Juni 2026 Gastgeber der Regionaltagung des Afrikanischen Netzwerks für Gesundheit und öffentlichen Dienst (HaPSNA). Ziel des Treffens ist die Stärkung der Zusammenarbeit afrikanischer Staaten im Bereich des Gesundheitswesens und des Personalmanagements im Gesundheitssektor.

Die Eröffnungszeremonie fand am Montag unter dem Vorsitz der Ministerin für öffentlichen Dienst und Verwaltungsmodernisierung, Anne Désirée Ouloto, statt. Ebenfalls anwesend war Gesundheitsminister Pierre Dimba. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem Regionalbüro der ECOWAS in Abidjan organisiert. (Quelle: Fratmat)

Madagaskar: Justiz genehmigt Verfahren gegen vier Verfassungsrichter

Die Justizministerin Madagaskars hat am 1. Juni 2026 die Einleitung gerichtlicher Schritte gegen vier der neun Richter des Hohen Verfassungsgerichts (HCC) genehmigt.

Laut Fanirisoa Ernaivo sollen die Richter einen Antrag auf Amtsenthebung des Staatspräsidenten, der von einem Abgeordneten eingereicht wurde, als zulässig eingestuft haben. Nach ihrer Darstellung sei dieser Antrag jedoch gesetzlich unzulässig gewesen. Den Richtern wird nun vorgeworfen, zur Destabilisierung des Staates beigetragen zu haben. (Quelle: RFI)

Ägypten: Menschen mit Behinderungen stoßen auf Hürden im Arbeitsleben

Menschen mit Behinderungen in Ägypten sehen sich laut Human Rights Watch weiterhin erheblichen Hindernissen beim Zugang zum Arbeitsmarkt gegenüber.

Die Organisation kritisiert die unzureichende Umsetzung des Gesetzes von 2018 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Zu den Problemen zählen diskriminierende Einstellungsverfahren, nicht barrierefreie Arbeitsplätze, Schwierigkeiten bei der Erlangung eines offiziellen Behindertenausweises sowie die mangelnde Einhaltung gesetzlicher Beschäftigungsquoten. Zudem würden manche Arbeitgeber schlecht bezahlte oder lediglich fiktive Stellen schaffen, um Quoten formal zu erfüllen, ohne den Betroffenen tatsächlich eine angemessen vergütete Beschäftigung zu ermöglichen. (Quelle: Human Rights Watch)

Mali: Versorgung Bamakos mit Treibstoff wird zur militärischen Operation

Die Ankunft von mehr als 756 mit Treibstoff beladenen Lastwagen in Bamako am Montag hat die Versorgungslage in der malischen Hauptstadt etwas entspannt.

Seit mehreren Wochen hatten sich lange Warteschlangen vor Tankstellen gebildet. Viele Autofahrer mussten stundenlang nach Kraftstoff suchen, während die Preise auf dem Schwarzmarkt deutlich anstiegen. Die Situation sorgte für wachsende Besorgnis bei Haushalten, Transportunternehmen und Wirtschaftsakteuren. (Quelle: Afrik.com)

Kamerun: Prozess um Martinez Zogo – Schockierende Bilder im Gerichtssaal gezeigt

Vor dem Militärgericht in Yaoundé wurden Bilder der Tötung des Journalisten Martinez Zogo gezeigt. Die Vorführung löste große Bestürzung unter Richtern, Anwälten, Journalisten und Zuschauern aus. Berichten zufolge weinten mehrere Frauen im Saal, zahlreiche Anwesende wandten den Blick ab oder verließen den Gerichtssaal. Die Präsentation der Aufnahmen wird als ein historischer und zugleich schmerzhafter Moment für die kamerunische Justiz beschrieben. (Quelle: Camer.be)