Würdigung mutiger Medienschaffender: Zwei Afrikaner unter den Preisträger*innen der RSF Press Freedom Awards 2026

Carlitos Cadangue aus Mosambik. Foto: privat/facebook

Die 34. Verleihung der Press Freedom Awards von Reporter ohne Grenzen (RSF) fand am 1. Juni im Rahmen des 77. World News Media Congress in Marseille statt. Mit der Auszeichnung werden jedes Jahr Journalist*innen und Medien gewürdigt, die sich in besonderer Weise für unabhängigen Journalismus, Informationsfreiheit und den Schutz von Medienschaffenden einsetzen.

Für die Auszeichnungen in 2026 waren 26 Journalist*innen, Fotograf*innen, Medien und Organisationen aus 25 Ländern nominiert. Die diesjährige Preisverleihung wurde von RSF-Generalsekretär Thibaut Bruttin moderiert.

Das sind die Preisträger*innen aus Afrika
Carlitos Cadangue aus Mosambik
wird mit der Auszeichnung für Wirksamkeit (Impact Prize) gewürdigt. Der Journalist des privaten TV-Senders Soico Televisão recherchiert seit Jahren zu den Folgen illegalen Bergbaus – darunter Umweltverschmutzung, Ernteausfälle und Gesundheitsgefahren. Nachdem er seine Recherchen veröffentlichte, wurden Bergbauaktivitäten in der Provinz Manica ausgesetzt, anschließend erhielt Cadangue Drohungen und überlebte im Februar 2026 einen Mordanschlag.

Habib Marouane Camara aus Guinea erhält den Mohamed-Maïga-Preis für investigativen Journalismus in Afrika. Der Journalist und Geschäftsführer der Nachrichtenseite Le Révélateur 224 wurde nach RSF-Informationen am 3. Dezember 2024 von bewaffneten Männern in Gendarmerie-Uniform verschleppt. Seitdem fehlt jede Spur von ihm, die Behörden bestreiten eine Verantwortung.

Die ausgezeichneten Journalist*innen stehen stellvertretend für all jene, die trotz Gewalt, Haft, Einschüchterung und Exil weiter berichten — und damit das Recht auf Information in ihren Regionen verteidigen. (RSF)