
Bilder von senegalesischen Spielern, die auf einem amerikanischen Rollfeld einer Sicherheitskontrolle unterzogen werden, haben wenige Tage vor ihrem Start bei der WM 2026 die sozialen Netzwerke in Aufruhr versetzt. Die Aufnahmen wurden als demütigende Durchsuchung bei der Ankunft in Texas dargestellt. Tatsächlich handelt es sich laut dem senegalesischen Fußballverband jedoch um ein vereinfachtes Kontrollverfahren, das bereits vor dem Abflug in Raleigh durchgeführt wurde – vor einem Privatflug nach San Antonio.
Ein virales Video, eine falsche Bildunterschrift – und die Endlosschleife beginnt
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hat zwar noch nicht alle sportlichen Entscheidungen hervorgebracht, sorgt aber bereits für ihre ersten Kontroversen. Seit einigen Stunden verbreitet sich in den sozialen Medien massenhaft ein Video, das senegalesische Spieler und Betreuer bei einer Kontrolle auf dem Rollfeld eines US-Flughafens zeigt. Zu sehen sind Mitglieder der Delegation der „Lions de la Teranga“, die mit ihren Gepäckstücken in der Nähe des Flugzeugs Sicherheitsdetektoren passieren.
Im Zusammenhang mit der zuvor diskutierten Affäre um den somalischen Schiedsrichter Omar Artan, dem die Einreise verweigert worden war, schienen alle Zutaten für einen Skandal vorhanden.
Schnell wurde die Szene als Beweis für eine erniedrigende Behandlung der senegalesischen Nationalmannschaft bei ihrer Ankunft in den Vereinigten Staaten dargestellt. Einige Kommentare sprachen von einer Einwanderungskontrolle, andere von einer diskriminierenden Maßnahme gegen eine afrikanische Mannschaft, die zur Weltmeisterschaft angereist war.
Der senegalesische Fußballverband sah sich jedoch veranlasst, diese Darstellung rasch richtigzustellen. Nach Angaben des Verbandes entstand die Szene nicht bei der Ankunft des Teams in San Antonio (Texas), sondern beim Einsteigen am Flughafen von Raleigh im Bundesstaat North Carolina. Die „Lions de la Teranga“ sollten von dort nach San Antonio weiterreisen, um ihre Vorbereitung auf das bevorstehende Freundschaftsspiel gegen Saudi-Arabien fortzusetzen.
Vereinfachte Kontrolle direkt am Flugzeug
Laut Verband wurde die senegalesische Delegation keineswegs einer außergewöhnlichen Prozedur nach der Landung unterzogen. Vielmehr sei der Bus mit Spielern und Betreuern direkt vom Hotel zum Rollfeld gefahren, um die üblichen Bereiche des Flughafens zu umgehen. Die Sicherheits- und Polizeikontrollen wurden deshalb direkt am Flugzeug durchgeführt – noch vor dem Abflug des Privatfluges.
Der senegalesische Fußballverband betont, dass es keinerlei Zwischenfälle gegeben habe und die Reise völlig normal verlaufen sei. Mit dieser Klarstellung soll eine Kontroverse beendet werden, die durch spektakuläre, aber aus dem Zusammenhang gerissene Bilder angeheizt wurde.
Die Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, wird in einem Umfeld ausgetragen, in dem Visa- und Einreisefragen aufgrund der von Donald Trump eingeführten Beschränkungen besonders aufmerksam beobachtet werden.
In diesem konkreten Fall können die „Lions de la Teranga“ ihre Vorbereitung jedoch ungestört fortsetzen. Ihr erstes mit Spannung erwartetes Spiel findet am 16. Juni in New Jersey gegen Frankreich statt. (Quelle: afrik.com)