
Nach Nigeria verlangt nun auch Ghana von Südafrika Entschädigungen für Schäden, die ghanaischen Staatsangehörigen bei den jüngsten fremdenfeindlichen Ausschreitungen entstanden sind. Die Regierung in Accra hat damit begonnen, zerstörte oder verlorene Geschäfte, Investitionen und andere Vermögenswerte zu erfassen, um rechtliche und diplomatische Schritte zur Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen vorzubereiten.
Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa erklärte, dass ein offizielles Schadensregister erstellt werde. Dieses solle als Grundlage dienen, um Entschädigungen für betroffene Ghanaer einzufordern.
Bereits Anfang des Monats hatte Nigeria einen ähnlichen Schritt unternommen. Pretoria lehnte jedoch pauschale Entschädigungsforderungen ab und erklärte, Ansprüche müssten im Einklang mit dem südafrikanischen Recht stehen und ausreichend belegt werden. Gleichzeitig betonte die Regierung, sie verurteile fremdenfeindliche Gewalt und werde die Vorfälle strafrechtlich verfolgen.
Parallel dazu setzt Ghana die Rückführung seiner Staatsbürger fort. In einer ersten Phase wurden 926 Menschen aus Johannesburg ausgeflogen. Eine zweite Evakuierungsrunde soll weitere rund 1.000 Ghanaer zurückbringen. Für Rückkehrer wurde zudem ein Wiedereingliederungsprogramm mit finanzieller Unterstützung, Krankenversicherung und Hilfen bei der Arbeitssuche aufgelegt.
Auslöser der Krise sind seit Monaten anhaltende Kampagnen gegen ausländische Migranten, insbesondere in Durban. Gruppen wie „March and March“ und „Operation Dudula“ werden beschuldigt, Migranten einzuschüchtern und ausländische Geschäfte gezielt anzugreifen.
Bei den Ausschreitungen kamen nach Angaben Ghanas mindestens zwei ghanaische Staatsangehörige ums Leben. Accra fordert eine umfassende Aufklärung und Strafverfolgung der Täter. Zudem hat Ghana die Afrikanische Union aufgefordert, das Thema Fremdenfeindlichkeit in Südafrika auf ihre Agenda zu setzen, und erhielt dafür Unterstützung der ECOWAS. Die Regierung warnt, dass die wiederkehrende Gewalt gegen afrikanische Migranten die regionale Integration und die Ziele der Afrikanischen Freihandelszone (AfCFTA) gefährde. (Quelle: africa.businessinsider)