Buchtipps: Auswandern – Mutige Frauen in Namibia und Nigeria

Frauenbiografien zum Internationalen Frauentag am 8. März: Die Lebensgeschichten zweier Frauen, die einen ungewöhnlichen Schritt wagten: Auszuwandern, um in einem afrikanischen Land zu arbeiten.

Für Elfriede Schumacher öffnete sich ein Tor zur Welt, als sie Im Frühjahr 1955 in einer Hamburger Zeitung folgende Anzeige las: „Deutsches Warenhaus in Südwestafrika sucht deutsch/englische Korrespondentin“. Sie bewarb sich und befand sich drei Monate später mit einem vierjährigen Arbeitsvertrag auf einem englischen Dampfer in Richtung Afrika. Ende Mai 1955 landete sie in Swakopmund, einem Ort an der Atlantikküste, der seine Entstehung der deutschen Kolonialpolitik verdankte. Was als vierjähriger Arbeitsvertrag begann, hat sie zu über fünfzig Jahren Leben im südlichen Afrika ausgedehnt. Noch heute lebt Elfriede Schumacher glücklich und zufrieden in Kapstadt.

All ihre spannenden und geschichtsträchtigen Einsichten und Erlebnisse mit Personen hat sie in dem Buch „Ein Windrad am Namibrand“ ( ISBN 978-3-93947-881-2) zusammengefasst. Die Zeitgeschichte macht darin einen beträchtlichen Teil des 662 Seiten starken Werkes aus. Personenbezogene Kriegsereignisse in Deutschland, das Leben in Südwestafrika und ein großes Stück deutsche Kolonialgeschichte fließen in einem sehr unterhaltsamen Roman zusammen.  Die 11 Originalfotos sind Zeitzeugen des deutschen Kolonialfiebers und vermitteln dem Leser einen Einblick in die damalige ereignisreiche Zeit in Südwestafrika.

Vera Mountney ging vor gut 10 Jahren als Lehrerin nach Ibadan in Nigeria. Diese Zeit beschreibt sie in „Wenn Fledermäuse fliegen, träume ich von Nigeria“ (ISBN 978-3-95716-007-2). Trotz Armut, Angst, Gewalt und Überlebenskampf hat das Leben und Arbeiten in Nigeria die Autorin darin bestärkt, an das Gute im Menschen zu glauben. Auch wenn in diesem Land ein Frauenleben nicht viel zählt, so hat sie doch stolze und starke Frauen in Ibadan getroffen, die nicht aufgeben und für sich und ihre Kinder kämpfen. Von ihnen wurde sie als weiße Europäerin als eine von ihnen willkommen geheißen.

Heute lebt und arbeitet die Autorin in Verden, wo sie zwischen der Arbeit Gedichte und Texte verfasst und in einigen Anthologien veröffentlicht hat. Sie engagiert sich in Vereinen, die sich der Mehrsprachigkeit von Kindern und der Hilfe für Frauen widmen. (lifePR)