Impfstart in ersten 18 Entwicklungsländern durch Impfallianz COVAX – darunter u.a. Tunesien, Mali und Ruanda – Minister Müller fordert 4 Milliarden Euro EU-Beteiligung

Die globale Impfstoffplattform COVAX hat bekanntgegeben, dass in den ersten 18 Entwicklungs- und Schwellenländern mit den ersten Impfungen gegen Covid-19 begonnen wird. Die ersten Impfstoffe sollen in den nächsten Wochen verteilt werden. Weitere Länder folgen direkt im Anschluss. Insgesamt werden fast 340 Millionen Dosen an arme Länder verteilt.

Entwicklungsminister Gerd Müller: „Covid-19 ist eine weltweite Gesundheitskrise und der Impfstoff ist ein globales Gut, das auch den Entwicklungsländern zur Verfügung stehen muss. Bis jetzt aber haben sich die reichsten 14 Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte der Impfdosen gesichert. Wir müssen aber auch in Entwicklungsländern impfen. Sonst kommt das Virus im nächsten Flieger zu uns zurück. Wir besiegen die Pandemie nur weltweit oder gar nicht.

Deshalb ist es wichtig, dass nun die Impfungen in den ersten 18 Entwicklungsländern starten. Unter anderem in Tunesien, Mali, Ruanda, Bolivien und den Philippinen, aber auch in der Ukraine und Bosnien-Herzegowina. Dieses Jahr werden aber maximal 20 Prozent der Bevölkerung in 92 Entwicklungs- und Schwellenländern geimpft werden können. Und selbst dafür ist die Finanzierung dafür längst nicht gesichert. Es fehlen insgesamt noch 25 Milliarden Dollar. Die Weltgemeinschaft, die EU und private Geber müssen sich daher noch stärker an der Finanzierung von COVAX beteiligen.  Auch die EU sollte sich jetzt mit 4 Milliarden Euro beteiligen – die gleiche Summe haben die USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden angekündigt.“

Hintergrund:
COVAX arbeitet unter Führung der Impfallianz Gavi, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Forschungsallianz CEPI daran, dass Impfstoffe für alle Länder weltweit zugänglich sind. Die erste Verteilungsrunde mit den Impfstoffen von Pfizer/BioNTech schließt 18 Entwicklungs- und Schwellenländer in der ersten Runde und weitere Länder durch die Verteilung von AstraZeneca/Oxford Universität ein.

In der ersten Jahreshälfte werden Impfdosen an alle weiteren Länder verteilt, die bei der Impfstoffplattform mitmachen. Diesen 92 Ländern werden bis Ende des Jahres voraussichtlich Impfstoffe zur Impfung von einem Fünftel ihrer Bevölkerung zur Verfügung gestellt, vor allem Hochrisikogruppen wie etwa Gesundheitsfachkräfte.

Deutschland hat 2020 für Forschung, Impfen, Testen und Behandlung in Entwicklungsländern rund 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und wird diesen Beitrag 2021 ausbauen. (BMZ)