Interpol: Afrika an vorderster Front im Kampf gegen den Handel mit gefälschten Medikamenten

Interpol: Afrika an vorderster Front im Kampf gegen den Handel mit gefälschten Medikamenten

90 betroffene Länder, 269 Festnahmen und fast 6.000 geschlossene betrügerische Websites: Das ist das Ergebnis einer Interpol-Operation gegen den Handel mit gefälschten Arzneimitteln. Die internationale Polizeiorganisation beschlagnahmte in diesem Jahr weltweit gefälschte Produkte im Wert von 15,5 Millionen Dollar, berichtet RFI.

Die groß angelegte Interpol-Operation mit dem Namen „Pangea“ gegen den Verkauf gefälschter Medikamente im Internet findet jedes Jahr weltweit statt. Die diesjährigen Ergebnisse der Organisation zeigen, dass Afrika besonders bei den einfachsten und wichtigsten Medikamenten ins Visier genommen wird.

Im Gegensatz zum Rest der Welt, wo vor allem gefälschte Medikamente gegen Erektionsstörungen, Beruhigungsmittel und Schmerzmittel verbreitet sind, wird Afrika besonders von Fälschungen bei Schmerzmitteln, Antibiotika und Malariamitteln überschwemmt.

Die Ermittlungen von Interpol zeigen, dass diese Produkte vor allem auf informellen Märkten verkauft werden. Der Kontinent gehört zu den Regionen der Welt, in denen Gesundheitskosten selbst für die am häufigsten benötigten Medikamente hoch bleiben.

In Kamerun ermöglichte die weltweit koordinierte Polizeiaktion die Beschlagnahmung tausender gefälschter Flaschen mit Malariamitteln und Antibiotika. In der Elfenbeinküste wurde eine Tonne gefälschtes Ibuprofen in einem Fahrzeug entdeckt. Im Nachbarland Burkina Faso beschlagnahmten die Behörden fast 400.000 Antibiotikakapseln.

Burkina Faso ist zudem der einzige afrikanische Staat unter den zehn Ländern mit den größten Beschlagnahmungen gefälschter Medikamente weltweit in diesem Jahr – obwohl die Mengen im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert wurden.