Kamerun: Anstieg der Verbrechen gegen Kinder – Gegenwehr bildet sich

Kamerun: Anstieg der Verbrechen gegen Kinder – Gegenwehr bildet sich

Seit 2025 ist Kamerun von Entsetzen geprägt durch einen alarmierenden Anstieg von Verbrechen gegen Kinder. Entführungen, Vergewaltigungen und Morde dominieren inzwischen auf erschreckende Weise die Schlagzeilen in sozialen Netzwerken – von Facebook bis WhatsApp. Als Reaktion auf den öffentlichen Druck verstärken Sicherheitskräfte und Justiz ihre Maßnahmen, um den Kreislauf der Straflosigkeit zu durchbrechen und die verletzlichsten Bürger zu schützen.

Das Land durchlebt eine düstere Phase, in der die Unsicherheit für Minderjährige zu einer gesellschaftlichen Geißel geworden ist. Von städtischen Zentren wie Yaoundé und Douala bis hin zu Konfliktgebieten häufen sich tragische Vorfälle. Besonders schockiert zeigt sich die Öffentlichkeit über den Fall der elfjährigen Divine Mbarga, die am 18. März 2026 in Nkoabang (Yaoundé) entführt wurde. Ihr lebloser Körper wurde später in einem Rohbau gefunden, nachdem sie grausamen sexuellen Misshandlungen ausgesetzt gewesen war.

Weitere Tragödien haben das nationale Bewusstsein erschüttert: die Entdeckung eines Kindes mit herausgerissenem Herzen im Stadtteil Odza im November 2025 oder der dreifache Kindsmord mit anschließendem Suizid in Nkolbisson im Februar 2026. Diese Gräueltaten haben die Behörden dazu veranlasst, die Sicherheit von Minderjährigen auf höchste Alarmstufe zu setzen.

Härteres Durchgreifen: Festnahmen und konsequente Justiz

Angesichts dieser Dringlichkeit haben die nationale Gendarmerie und die Polizei ihre Einsätze intensiviert. Im Fall der kleinen Divine wurde der Hauptverdächtige, Moadambe Eric, bereits am 26. März 2026 festgenommen. Gleichzeitig zerschlug die Gendarmeriegruppe des Mfoundi mehrere kriminelle Netzwerke, darunter auch die Festnahme eines Kindermädchens im September 2025, das an der Entführung eines Säuglings beteiligt war. Bei militärischen Operationen gelang es der Armee zudem, mehrere Geiselgruppen im Hohen Norden und im Norden zu befreien, teils in Zusammenarbeit mit tschadischen Kräften im Kampf gegen Straßenbanditen.

Auch die Justiz reagiert zunehmend kompromisslos. Obwohl auf die Todesstrafe faktisch ein Vollstreckungsmoratorium besteht, zögern Gerichte nicht mehr, sie zu verhängen, um ein abschreckendes Signal zu setzen. So wurde im März 2026 ein Mann, der des Mordes an einem sechsjährigen Kind schuldig befunden wurde, zum Tode verurteilt. Diese Härte stützt sich auch auf ein verstärktes gesetzliches Instrumentarium, etwa das Gesetz vom 25. Juli 2023 zum Schutz von Kindern im Internet, das darauf abzielt, Täter zu verfolgen, die soziale Netzwerke nutzen, um Opfer anzulocken.

Die Herausforderung einer nachhaltigen Mobilisierung

Trotz dieser Fortschritte rufen die Zivilgesellschaft und die Nationale Menschenrechtskommission Kameruns zu erhöhter Wachsamkeit auf. Sie prangern eine weiterhin bestehende „Kultur der Straflosigkeit“ an, insbesondere in abgelegenen Regionen, in denen die staatliche Autorität schwächer ist. Für kamerunische Eltern ist jede Festnahme ein Hoffnungsschimmer. Dennoch bleibt der Weg zu vollständiger Sicherheit für ihre Kinder steinig – und der Kampf gegen Kindsmord steht erst am Anfang. (Quelle: afrik.com)