Kamerun/Homosexualität: Präsident wegen Coming-out seiner Tochter in der Klemme

Kamerun/Homosexualität: Präsident wegen Coming-out seiner Tochter in der Klemme
Quelle: instagram

Nach kamerunischem Recht ist Homosexualität streng verboten und wird mit schweren Strafen belegt. Das kamerunische Strafgesetzbuch sieht für Personen, die homosexueller Praktiken für schuldig befunden werden, bis zu fünf Jahre Gefängnis und erhebliche Geldstrafen vor. Dieser gesetzliche Rahmen macht das Land zu einem der restriktivsten Länder in Bezug auf die Rechte sexueller Minderheiten auf dem afrikanischen Kontinent.

Am 30. Juni 2024 erklärte Brenda Biya, die Tochter des kamerunischen Präsidenten Paul Biya, öffentlich ihre Liebe zu einer anderen Frau und löste damit im ganzen Land eine Schockwelle aus. Unter ihrem Künstlernamen King Nasty teilte die junge Rapperin ein Foto, das sie dabei zeigt, wie sie ihre Freundin küsst. Die Bildunterschrift „Ich bin verrückt nach dir, und ich will, dass es jeder weiß“ verstärkt die Provokation.

Die Auswirkungen dieser Anzeige waren sofort spürbar. Die sozialen Netzwerke in Kamerun liefen heiß.  

So muss man nun eigentlich folgern, dass, wenn Brenda Biya unbehelligt bleibt, es nur fair wäre, die Homosexuellen freizulassen, die derzeit aus denselben Gründen inhaftiert sind. Ansonsten gäbe es einen eklatanten Widerspruch zwischen Gesetzestreue und der Behandlung von Personen nach ihrem sozialen Status. Man darf gespannt bleiben, wie sich Paul Biya aus dieser Klemme ziehen wird.