
Die Vereinigten Staaten haben in den vergangenen Monaten ihre diplomatischen Initiativen gegenüber Marokko und Algerien verstärkt, um eine Deeskalation zwischen den beiden Ländern zu fördern. Ein Bericht des amerikanischen Forschungszentrums Stimson Center beschreibt die Beteiligung Washingtons an diesem Dossier.
Die US-Regierung vervielfacht derzeit ihre diplomatischen Bemühungen, um den Dialog zwischen Marokko und Algerien wiederzubeleben. Laut dem veröffentlichten Bericht des Stimson Center versucht Washington, eine Annäherung zwischen beiden Staaten zu fördern – vor dem Hintergrund anhaltender regionaler Spannungen und des seit Jahren blockierten bilateralen Verhältnisses. Der amerikanische Sondergesandte Steve Witkoff erklärte im Oktober 2025, dass er an einem Versöhnungsabkommen zwischen Rabat und Algier arbeite. Nach seinen Aussagen hofften die USA innerhalb von sechzig Tagen Fortschritte zu erzielen.
Eine Vermittlung seit 2025
Die amerikanische Initiative begann bereits im Juli 2025 mit dem Besuch von Massad Boulos in Algier. Der Berater, der in regionale Verhandlungen eingebunden ist, traf dort algerische Verantwortliche im Rahmen der Bemühungen Washingtons, einen Dialog zwischen den beiden Hauptstädten zu fördern. Diese Initiative erfolgte nach der Einladung zu einem „brüderlichen Dialog“, die Mohammed VI an Algerien gerichtet hatte. Die marokkanischen Behörden bekräftigten damals ihren Wunsch, normale bilaterale Beziehungen zu Algerien wiederherzustellen – trotz des diplomatischen Bruchs zwischen beiden Staaten.
Der Bericht des Stimson Center weist darauf hin, dass die amerikanische Strategie mehrere Ziele in der Region verfolgt. Washington möchte insbesondere die Stabilität im Sahelraum stärken und die wirtschaftliche Entwicklung des Maghreb unterstützen. Amerikanische Verantwortliche sind zudem der Ansicht, dass das Fehlen regionaler Zusammenarbeit die sicherheitspolitische Koordination in Nordafrika erheblich einschränkt.
Eine Region geprägt von Sicherheitskonflikten
Die amerikanischen Vermittlungsbemühungen finden in einem angespannten Klima zwischen Marokko und Algerien statt. Die Beziehungen beider Länder sind weiterhin von politischen und sicherheitspolitischen Konflikten geprägt. Laut den im Bericht genannten Daten sind die Militärausgaben beider Staaten im Jahr 2025 stark angestiegen. Das marokkanische Militärbudget beläuft sich auf 13 Milliarden US-Dollar, während Algerien 25 Milliarden US-Dollar ausgibt.
Beide Staaten setzen ihre Programme zur Anschaffung militärischer Ausrüstung und zur Modernisierung ihrer Streitkräfte fort. Das Fehlen vollständiger diplomatischer Beziehungen behindert weiterhin die Perspektiven einer regionalen Integration im Maghreb. Mehrere wirtschaftliche und sicherheitspolitische Regionalinitiativen bleiben wegen der anhaltenden Spannungen zwischen Rabat und Algier blockiert. Parallel dazu verfolgt Washington weitere Bemühungen in verschiedenen regionalen Dossiers im Zusammenhang mit der Sicherheit in Nordafrika und im Sahel.
Die USA im Maghreb-Dossier engagiert
Der Bericht des Stimson Center betont, dass die amerikanischen Behörden die maghrebinische Zusammenarbeit als wichtigen Faktor im Kampf gegen bewaffnete Gruppen betrachten, die im Sahel aktiv sind. Bislang wurde jedoch kein offizieller Fortschritt hinsichtlich eines möglichen Annäherungsabkommens zwischen Marokko und Algerien bekannt gegeben. Die Behörden beider Länder halten öffentlich weiterhin an ihren jeweiligen Positionen fest, während die amerikanischen Vermittlungsbemühungen durch diplomatische Kontakte und Konsultationen in der Region fortgesetzt werden.
(Quelle: afrik.com)