Trump plant in Kenia Ebola-Quarantänezentrum für amerikanische Staatsangehörige

Kenia soll ein zentraler Bestandteil der Ebola-Eindämmungsstrategie der Vereinigten Staaten werden. Die Regierung von Donald Trump plant, in dem ostafrikanischen Land eine Quarantäne- und Behandlungseinrichtung für US-Bürger einzurichten, die dem Virus ausgesetzt waren.

Laut Berichten der New York Times und des Wall Street Journal wartet der Vorschlag derzeit noch auf die Zustimmung der kenianischen Regierung. Er würde es jedoch ermöglichen, amerikanische Bürger mit hohem Risiko – darunter Personen, die Ebola ausgesetzt waren oder bereits infiziert sind – direkt in Kenia zu isolieren und zu behandeln, anstatt sie nach Europa zu verlegen.

Der Plan stellt einen bedeutenden Strategiewechsel in der Reaktion Washingtons auf den sich verschärfenden Ebola-Ausbruch in Teilen Ost- und Zentralafrikas dar.

Wie Reuters berichtet, haben einige Mitglieder des „U.S. Public Health Service Commissioned Corps“, einer uniformierten Einheit des US-Gesundheitsministeriums, bereits Einsatzbenachrichtigungen erhalten.

Frühere Pläne sahen offenbar vor, exponierte Personen zunächst vorübergehend in Kenia unter Beobachtung zu stellen und bestätigte Fälle anschließend zur Behandlung ins Ausland zu bringen. Nun beabsichtigt die Regierung jedoch, vollständige Behandlungsmöglichkeiten direkt in der geplanten Einrichtung in Kenia bereitzustellen. US-Gesundheitsbeamte sollen das Zentrum betreiben. Mitglieder des „US Public Health Service Commissioned Corps“ wurden bereits in Bereitschaft versetzt, um möglicherweise entsandt zu werden.

Ebola-Ausbruch verschärft sich in Zentral- und Ostafrika

Die Einrichtung markiert einen Strategiewechsel der USA: Statt einer vorübergehenden Beobachtung sollen Erkrankte künftig vollständig in Kenia behandelt werden, anstatt sie nach Europa zu verlegen.

Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Gesundheitsbehörden gegen einen sich rasch ausbreitenden Ausbruch der seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus kämpfen. Die Weltgesundheitsorganisation hat den Ausbruch inzwischen als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ eingestuft.

Die Demokratische Republik Kongo bleibt das Epizentrum des Ausbruchs. Nach Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden dort 906 Verdachtsfälle registriert, darunter 105 bestätigte Infektionen. Die Behörden meldeten außerdem 223 mutmaßliche Todesfälle sowie 10 bestätigte Todesopfer.

Auch Uganda hat Infektionen bestätigt. Dort wurden sieben Fälle und ein Todesfall gemeldet, die größtenteils auf frühe Infektionsketten zurückzuführen sind. Gesundheitsbehörden bemühen sich weiterhin darum, eine grenzüberschreitende Ausbreitung einzudämmen, während Sorgen über regionale Mobilität und die begrenzte Gesundheitsinfrastruktur bestehen.

USA verschärfen Reisebeschränkungen

Im Rahmen umfassender Eindämmungsmaßnahmen hat die Trump-Regierung kürzlich die Gesundheitsbestimmungen gemäß „Title 42“ genutzt, um die Einreise in die Vereinigten Staaten für Einwanderer, Personen mit dauerhaftem Aufenthaltsstatus und sogar einige amerikanische Staatsbürger einzuschränken, die kürzlich durch die Demokratische Republik Kongo, Uganda oder Südsudan gereist waren.

Trotz der verschärften Vorsichtsmaßnahmen erklärte die CDC, dass bislang keine Ebola-Fälle in den Vereinigten Staaten bestätigt wurden. Das aktuelle Risiko für die amerikanische Bevölkerung bleibe weiterhin gering. (Quelle: africa.businessinsider)