Vizekanzlerin der Uni Ghana: „Frauen müssen ermutigt werden, Führung zu übernehmen“

Prof. Dr. Nana Aba Appiah Amfo ist DIES-Alumna und Vizekanzlerin der Uni Ghana. © University of Ghana

Als erste Frau an der Spitze der Universität Ghana hat Nana Aba Appiah Amfo Maßstäbe gesetzt – für Gleichstellung, für Führung, für internationale Wissenschaftskooperation. Möglich wurde ihr Weg auch durch das DIES-Programm des DAAD.

Als Nana Aba Appiah Amfo im Oktober 2021 ihr Amt antrat, war es mehr als eine Beförderung. Die Linguistin wurde zur ersten Vizekanzlerin in der Universität Ghana ernannt. Gegründet 1948 ist sie die älteste und größte Hochschule des Landes mit rund 70.000 Studierenden. „Das war ein Zeichen der Hoffnung für viele junge Mädchen und Frauen“, sagt sie. „Es hat ihnen gezeigt, dass sie mit harter Arbeit solche Führungspositionen erreichen können.“

Appiah Amfo, 1971 in Ghana geboren, ist Professorin für Linguistik. Ihr Forschungsinteresse gilt der Sprache in ihrem Verwendungskontext: Wie funktionieren Funktionswörter kommunikativ? Wie entsteht Bedeutung im Gespräch? Diese Fragen haben sie durch ihre gesamte akademische Karriere begleitet – von ihrer Promotion bis zu Forschungsaufenthalten, die sie nach Europa und in andere afrikanische Länder führten.

„Die akademische Welt ist eine globale Angelegenheit“

Wichtig für ihre Karriere war das Programm DIES (Dialogue on Innovative Higher Education Strategies) des DAAD und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Es stärkt Führungskompetenzen an Hochschulen im Globalen Süden. Amfo nahm am mehrteiligen Kurs International Deans‘ Course (IDC) Africa teil. Die Module fanden in Osnabrück, Berlin, Accra und Addis Abeba statt. „Es hat sehr geholfen, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln, und hat mir ein ganzes Netzwerk von interessanten Kontakten eröffnet, auf die ich weiter aufbauen konnte“, sagt Appiah Amfo. Bis heute arbeite sie mit ehemaligen Kursteilnehmenden zusammen. Das DIES-Programm des DAAD wird bisher vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Den internationalen Austausch hält sie dabei für unverzichtbar. „Die akademische Welt ist eine globale Angelegenheit“, sagt sie. Andere Perspektiven kennenzulernen, mit Kolleginnen und Kollegen auf anderen Kontinenten zu kooperieren – das ermögliche es, Herausforderungen gemeinsam zu adressieren. Und Herausforderungen gibt es: Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen an US-Universitäten warnt Appiah Amfo vor einem Rückschritt bei der Wissenschaftsfreiheit und der Gleichberechtigung. „Als Akademiker müssen wir uns immer auf alles gefasst machen. Dagegen müssen wir uns wehren.“ (DAAD)