König Mohammed VI und seine verrückte Autosammlung, die in Marokko für Gesprächsstoff sorgt

König Mohammed VI und seine verrückte Autosammlung, die in Marokko für Gesprächsstoff sorgt
Symbolbild

Die Leidenschaft von König Mohammed VI für Autos sorgt in Marokko wie auch im Ausland immer wieder für Diskussionen. Hinter den Mauern der königlichen Paläste soll sich eine der beeindruckendsten privaten Autosammlungen der Welt verbergen. Historische Modelle, Luxusboliden und seltene Einzelstücke: Diese Sammlung, die teilweise von seinen Vorgängern geerbt wurde, fasziniert – wirft aber auch Fragen auf. Besonders in einem sozioökonomischen Kontext, in dem Themen wie Reichtum und Machtsymbole im öffentlichen Diskurs immer wichtiger werden.

Es ist ein offenes Geheimnis: Der König von Marokko ist ein großer Autosammler. Laut mehreren übereinstimmenden Quellen umfasst die königliche Sammlung heute mehr als 600 Fahrzeuge, die auf etwa ein Dutzend Residenzen verteilt sind. Diese außergewöhnliche Vielfalt zeugt nicht nur von einer ausgeprägten Leidenschaft für Automobile, sondern auch von dem Bestreben, ein einzigartiges mechanisches Erbe zu bewahren. Von Oldtimern bis hin zu modernen Supersportwagen spiegelt diese Sammlung die Entwicklung der globalen Automobilindustrie wider und zeigt zugleich die persönlichen Vorlieben des Monarchen.

Eine Leidenschaft aus langer Familientradition

Die Geschichte dieser Sammlung reicht bis zu Mohammed V zurück, einem großen Liebhaber amerikanischer Autos. Bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erwarb er ikonische Modelle wie alte Ford-Fahrzeuge, Cadillac oder Rolls-Royce, von denen einige bis heute in einwandfreiem Zustand erhalten sein sollen. Diese Familientradition entstand in einer Zeit, in der das Automobil für Modernität, Prestige und Weltoffenheit stand.

Sein Sohn Hassan II setzte diese Leidenschaft fort, wobei er sich stärker auf europäische Marken wie Mercedes-Benz konzentrierte. Der junge Mohammed VI wuchs somit in einem Umfeld auf, in dem Autos eine besondere Rolle spielten. Als Kind bekam er eine motorisierte Mini-Jeep geschenkt, mit der er in den Gärten des Palastes fuhr – ein früher Hinweis auf seine spätere Begeisterung für Automobile.

Von Supersportwagen bis Staatslimousinen: eine vielseitige Sammlung

Nach seiner Thronbesteigung erweiterte Mohammed VI die Sammlung erheblich. Er integrierte Fahrzeuge großer internationaler Marken wie Mercedes-Benz, Aston Martin oder Jaguar. Entgegen mancher Vorstellungen soll der König eher große Reisewagen und Luxusfahrzeuge bevorzugen als reine Rennwagen – auch wenn sportliche Modelle ebenfalls Teil seiner Garage sind.

Zu den bemerkenswertesten Stücken zählen unter anderem der in limitierter Auflage produzierte Mercedes McLaren SLR sowie Pullman-Limousinen, die bei offiziellen Zeremonien eingesetzt werden. Diese Fahrzeuge sind nicht nur Sammlerstücke, sondern auch Teil der Inszenierung königlicher Macht – insbesondere bei öffentlichen Auftritten, bei denen Protokoll und Symbolik eine zentrale Rolle spielen.

Ferrari, Testfahrten und die Faszination für Leistung

Der König begnügt sich nicht mit dem Sammeln: Er interessiert sich auch für die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge. Mehrfach soll er das Ferrari-Werk in Maranello besucht haben, um ikonische Modelle zu testen. Diese Testfahrten, bei denen er als Beifahrer auf der Rennstrecke unterwegs war – etwa in Modellen wie der 550 oder der 360 Modena – verdeutlichen seine Begeisterung für Geschwindigkeit und technologische Innovation.

Dieses Interesse an Automobiltechnik entspricht einem allgemeinen Trend unter großen Sammlern, die sich oft ebenso für technische Aspekte wie für den Prestigewert der Marken begeistern. Es zeigt auch ein persönliches Interesse an den Entwicklungen der Branche, insbesondere in einer Zeit, in der sich die Automobilindustrie durch Hybrid- und Elektroantriebe stark verändert.

Seltene Modelle und eine marokkanische Note

Neben internationalen Spitzenmarken umfasst die königliche Sammlung auch außergewöhnlichere Fahrzeuge. Dazu gehört etwa der Laraki Sahara, ein Supersportwagen des marokkanischen Herstellers Laraki.

Dieses Modell wurde nur zweimal produziert und ist mit einem extrem leistungsstarken V12-Motor ausgestattet. Es symbolisiert das lokale Know-how und den Anspruch Marokkos, sich im Luxusautomobilsegment zu positionieren. Seine Präsenz in der königlichen Sammlung zeigt den Willen, die nationale Industrie zu fördern und lokale Initiativen in einem von internationalen Großkonzernen dominierten Sektor zu unterstützen.

Diese patriotische Dimension ergänzt den rein leidenschaftlichen Charakter der Sammlung und unterstreicht ihre Einzigartigkeit. Doch so sehr diese beeindruckende Sammlung Autoliebhaber begeistert, ruft sie auch Kritik hervor. In einem Land, das mit wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen konfrontiert ist, stellen manche die Angemessenheit solcher Ausgaben infrage – selbst wenn es sich um Privatvermögen handelt. Der Kontrast zwischen offen zur Schau gestelltem Luxus und den alltäglichen Lebensrealitäten sorgt regelmäßig für Diskussionen in der öffentlichen Meinung. (Quelle: afrik.com)