Von Gastautorin *Fatimoh Danjuma Bintu / In den überfüllten Townships und den explodierenden Ballungsräumen Südafrikas hat sich ein giftiges Narrativ in den Köpfen festgefressen. Afrikaner aus anderen Nationen werden systematisch beschuldigt, den Einheimischen die Arbeitsplätze „zu stehlen“, die Löhne zu drücken und den informellen Handelssektor zu monopolisieren. Ein Land, das einst selbst unter der rassistischen Segregation der Apartheid gelitten hat, errichtet nun eine neue brutale Form des Apartheidstaates. Europa und seine Medien schweigen dazu – obwohl es auch für die Europäer ein Menetekel ist.
Die Apartheid in Südafrika ist überwunden, aber in einer kleinen Stadt wollen Weiße – genauer gesagt Afrikaans sprechende Weiße – unter sich bleiben: in Orania. Kritiker erinnert das an das System der institutionalisierten Rassentrennung und der weißen Herrschaft, das 1948 errichtet und erst in den frühen 1990er Jahren mit Nelson Mandela, dem ersten schwarzen Präsidenten, wieder abgeschafft wurde. Als Architekt dieses rassistischen Systems, unter dem schwarze, farbige (coloured) und indischstämmige Südafrikaner weitgehend rechtlos waren, gilt Hendrik Verwoerd.
Mehr als 30 Jahre nach dem Ende der Rassentrennung beginnt in Südafrika ein neuer Versuch der Aufarbeitung. Eine Untersuchungskommission soll klären, warum Hunderte schwere Verbrechen nie vor Gericht gelandet sind.
Rund 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid gehört das meiste Farmland in Südafrika noch immer weißen Großgrundbesitzern. Einige der Nachfahren weißer Einwanderer in Südafrika fühlen sich jedoch zunehmend von der Stimmung im Land bedroht, wittern mit Blick in Richtung USA jedoch Morgenluft.
Die leblosen und verbrannten Körper von vier schwarzen Freiheitskämpfern waren 1985 in Südafrika, das damals unter dem Apartheidregime stand, gefunden worden. Am Freitag beschloss die südafrikanische Justiz, den Fall aus der Schublade zu holen, um die Umstände des Dramas zu klären und mögliche Verantwortlichkeiten zu ermitteln.
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