
Die Apartheid in Südafrika ist überwunden, aber in einer kleinen Stadt wollen Weiße – genauer gesagt Afrikaans sprechende Weiße – unter sich bleiben: in Orania. Kritiker erinnert das an das System der institutionalisierten Rassentrennung und der weißen Herrschaft, das 1948 errichtet und erst in den frühen 1990er Jahren mit Nelson Mandela, dem ersten schwarzen Präsidenten, wieder abgeschafft wurde. Als Architekt dieses rassistischen Systems, unter dem schwarze, farbige (coloured) und indischstämmige Südafrikaner weitgehend rechtlos waren, gilt Hendrik Verwoerd.
Sein Enkel Carel Boshoff hat 1991 Orania gegründet – und wehrt sich seitdem gegen Vorwürfe, dass dort, wo nur Weiße wohnen dürfen, die Apartheid fortgeführt wird.
Der Artikel von Sofi Lundin auf Welt-Sichten ist so spannend, weil sie beide Seiten zu Wort kommen lässt.