
In Kenia sollen laut einem Bericht der kenianischen Geheimdienste, der im vergangenen Monat dem Parlament vorgelegt wurde, mehr als 1.000 Männer in den russischen Streitkräften angeworben worden sein. Einige waren ehemalige Soldaten, die von Versprechen hoher Gehälter angelockt wurden. Andere glaubten, sie würden als Fahrer oder Sicherheitskräfte arbeiten, landeten jedoch schließlich an der russisch-ukrainischen Front. In Kenia sorgen sich ihre Familien um ihr Schicksal. Mehrere Dutzend von ihnen demonstrierten am Donnerstag, dem 5. März, im Stadtzentrum von Nairobi, berichtet RFI.
„Bringt uns unsere Söhne zurück“ – das forderten kenianische Familien, die keine Nachrichten mehr von ihren Angehörigen in Russland haben. Susan Kuloba kam mit Fotos ihres ältesten Sohnes David. Ihm sei ein Job als Sicherheitsmann versprochen worden, erzählt sie. Am Ende sei er jedoch an die russisch-ukrainische Front geschickt worden. Susan wurde von einem anderen Kenianer informiert, dass er möglicherweise getötet worden sei. Die letzte Nachricht von ihm stammt aus Oktober.
„Er hat mir dieses Foto geschickt. Man sieht ihn in Militäruniform. Er hatte Angst, aber was konnte er tun? Er sagte mir, wenn er sich weigern würde, würde der Kommandant ihn selbst töten. Heute will ich nur eines: dass man mir meinen Sohn zurückgibt. Wenn er lebt, soll man ihn mir zurückbringen. Wenn er tot ist, soll man ihn ebenfalls zurückbringen, damit ich seine Beerdigung organisieren kann. Zu warten, ohne zu wissen, wo er ist, ist schrecklich“, erklärt sie.
Petition fordert mehr Handeln der Behörden
Janet Wainaina ist ebenfalls gekommen – wegen ihres Bruders Samuel, der ihrer Aussage nach ebenfalls für eine Stelle als Sicherheitsmann ausgereist war. „Wir sind zur russischen Botschaft gegangen, zur ukrainischen Botschaft, zum Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten, zum Außenministerium … Niemand kann uns Antworten geben. Wir haben keinerlei Informationen darüber, ob er noch lebt, ob er im Krankenhaus liegt oder ob er gestorben ist. Wir wollen, dass unsere Regierung mit der russischen Regierung spricht, um Antworten zu bekommen“, sagt sie.
Die Demonstrierenden übergaben den Behörden eine Petition, in der sie mehr Engagement fordern. Zu ihren Forderungen gehören die Rückführung ihrer Angehörigen sowie eine offizielle Erklärung, die die Rekrutierung kenianischer Staatsbürger für die russische Armee verbietet.