
Im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch verbieten die Vereinigten Staaten seit dem 18. Mai allen ausländischen Staatsangehörigen ohne US-Pass die Einreise, wenn sie sich in den vergangenen drei Wochen (21 Tagen) in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), in Uganda oder im Südsudan aufgehalten haben – unabhängig von ihrer Herkunft. Am Mittwoch, dem 20. Mai, wurde ein Flug in die USA umgeleitet, damit ein kongolesischer Passagier in Kanada aussteigen konnte, berichtet RFI.
Der Flug AF378, durchgeführt von Air France und Delta Airlines, war am Mittwochnachmittag vom Pariser Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle in Richtung Detroit in den USA gestartet. Eine Passagierin berichtete in einem Interview mit einem amerikanischen Medium, dass die Besatzung während des Fluges angekündigt habe, die Route werde geändert und die Maschine werde in Montréal, Kanada, landen – so die Erklärung von Air France.
Ein Staatsbürger der Demokratischen Republik Kongo sei „irrtümlich und unter Verstoß“ gegen die neuen amerikanischen Beschränkungen an Bord gelassen worden, erklärte die Fluggesellschaft. Laut Air France habe es jedoch keinen medizinischen Notfall an Bord gegeben.
Passagier zeigte in Kanada keine Symptome
Nach Angaben kanadischer Medien wurde der kongolesische Passagier nach seiner Ankunft in Montréal untersucht und zeigte keinerlei Symptome. Bislang ist unklar, woher genau der Reisende vor seinem Abflug in Roissy gekommen war.
Die amerikanischen Einschränkungen werden weiter verschärft. Ein neuer Erlass sollte am Donnerstag, dem 21. Mai, veröffentlicht werden. Darin soll festgelegt werden, dass künftig alle Flüge mit Personen, die kürzlich in der DRK, Uganda oder im Südsudan gereist sind oder sich dort aufgehalten haben, ausschließlich am Flughafen Washington-Dulles im Bundesstaat Virginia landen dürfen. Dort gelten besondere Gesundheitsmaßnahmen.
Die USA wollen weiterhin keine Unterscheidung zwischen verschiedenen Regionen der betroffenen Länder treffen – unabhängig davon, wie hoch das tatsächliche Epidemierisiko vor Ort ist.