Zimbabwe: Milliardär stellt 1 Million US-Dollar für Rückholung von Landsleuten aus Südafrika bereit

Der simbabwische Unternehmer Kudakwashe Tagwirei und seine Frau Sandra stellen über ihre Bridging Gaps Foundation 1 Million US-Dollar zur Verfügung, um die Rückkehr von bis zu 20.000 Simbabwern aus Südafrika zu finanzieren. Das Geld soll vor allem Busse für den Transport von südafrikanischen Städten über den Grenzübergang Beitbridge bis in die Heimatgemeinden bezahlen.

Die simbabwische Regierung nahm die Spende offiziell an und beauftragte die Stiftung, die Busse zu beschaffen und die Logistik der Rückholaktion zu organisieren. Hintergrund sind die zunehmenden ausländerfeindlichen Spannungen in Südafrika. Hunderte Simbabwer warteten zuletzt vor dem Konsulat in Kapstadt auf eine staatlich unterstützte Rückreise, viele von ihnen übernachteten tagelang im Freien.

Auch Malawi, Mosambik und weitere afrikanische Staaten unterstützen inzwischen ihre Staatsangehörigen bei der Ausreise aus Südafrika. Die jüngsten fremdenfeindlichen Proteste entwickeln sich damit zu einer regionalen humanitären Herausforderung.

Tagwireis Spende verdeutlicht zugleich einen Trend in Afrika: Wegen knapper Staatsfinanzen greifen Regierungen bei Krisen zunehmend auf die Unterstützung wohlhabender Unternehmer und privater Stiftungen zurück.

Der Gründer von Sakunda Holdings zählt zu den einflussreichsten Geschäftsleuten Simbabwes und unterhält enge Beziehungen zur Regierung von Präsident Emmerson Mnangagwa. Die USA verhängten 2020, das Vereinigte Königreich 2021 Sanktionen gegen ihn wegen Korruptionsvorwürfen, die Tagwirei zurückweist.

Südafrika erlebt seit Jahren immer wieder Wellen fremdenfeindlicher Gewalt. Migranten werden häufig für Arbeitslosigkeit, Kriminalität und die Belastung öffentlicher Dienste verantwortlich gemacht. Die aktuelle Krise belastet erneut die Beziehungen zu den Nachbarstaaten, deren Bürger einen großen Teil der Arbeitsmigranten in Südafrika ausmachen. (Quelle: africa.businessinsider)