Transparency Corruption Perception Index 2021: Afrika mal wieder Schlusslicht

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat den Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index, CPI) veröffentlicht. Dänemark und Neuseeland belegen auf einer Skala von 0 (hohes Maß an wahrgenommener Korruption) bis 100 (keine wahrgenommene Korruption) mit 88 Punkten den ersten Platz, Südsudan, Somalia und Syrien rangieren als fragile Staaten wie im vergangenen Jahr auf den unteren Plätzen. Weltweit erreichen mehr als zwei Drittel aller Länder eine Punktzahl von unter 50 Punkten, der Durchschnitt liegt bei nur 43 Punkten. Deutschland erreicht wie im vergangenen Jahr 80 Punkte und rangiert auf dem 9. Platz von 180.

In einer Zeit, in der die Welt eine Gesundheitskrise durchläuft, zeichnet der CPI ein ziemlich düsteres Bild vom Zustand der Korruption in der Welt. Die meisten Länder haben in fast einem Jahrzehnt keine oder nur geringe Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung gemacht, wobei mehr als zwei Drittel der Länder weniger als 50 Punkte erreichen.

Auf dem afrikanischen Kontinent haben es nur sechs Länder geschafft, die 50er-Marke zu überschreiten. Dies sind die Seychellen (66), Botswana (60), Kap Verde (58), Ruanda (54), Mauritius (53) und Namibia (51). Am unteren Ende des Index stehen Sudan (16), Somalia (12) und Südsudan (12). Mit einem Durchschnittswert von 32 ist vor allem Afrika südlich der Sahara die schlechteste Region im CPI und zeigt kaum Verbesserungen gegenüber den Vorjahren.

In der gesamten Region wirft die Covid-19-Pandemie ein Schlaglicht auf strukturelle Schwächen in den nationalen Gesundheitssystemen, auf Korruptionsrisiken im Zusammenhang mit dem öffentlichen Beschaffungswesen und auf die Abzweigung von Notfallgeldern, so Transparency International.

„Korruption beeinträchtig die gesamte Reaktion auf Covid-19, vom Zugang zu Tests, Behandlungen und anderen Gesundheitsdiensten bis hin zur Beschaffung von medizinischem Material und der allgemeinen Notfallvorsorge“, sagt die NGO.

Länder mit einem höheren Korruptionsniveau, unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, geben tendenziell weniger für Gesundheit aus, so der Bericht. (Bild: Zelandia/Pixabay)