Zwischen uns das Meer: Anfang der 1990er Jahre kommt der 27-jährige Nour als illegaler Flüchtling von Marokko nach Marseille. Mit Gelegenheitsjobs und der Hilfe seiner Freunde gelingt es ihm, sich hier ein neues Leben aufzubauen. Dennoch bleibt das permanente Gefühl der Unsicherheit.
Anlässlich des dritten Jahrestags des Kriegsbeginns im Sudan am 15. April haben das Center for Environmental and Social Studies (CESS Sudan) und die Menschenrechtsorganisationen Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und Pax for Peace bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin einen stärkeren Fokus auf die Konflikttreiber des Krieges gefordert. Sie betonen, dass europäische Unternehmen indirekt vom Krieg im Sudan profitieren. Zu den deutschen Unternehmen, die Gold aus dem Sudan beziehen, zählt laut einem neuen Bericht von CESS auch der deutsche Autobauer VW.
Im dritten Jahr nach Ausbruch des Krieges beziffert ein neuer Bericht dessen Kosten und zeigt auf, welche Maßnahmen für den Wiederaufbau erforderlich sind. Sollte der Konflikt bis 2030 andauern, könnte der Anteil der Menschen im Sudan, die in extremer Armut leben, auf über 60 Prozent steigen – konkret heißt das: 34 Millionen Menschen zusätzlich würden in extreme Armut gedrängt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende neue Analyse, die heute – am Vorabend des dritten Jahrestags des Krieges – veröffentlicht wurde.
Laetitia Bader, stellvertretende Afrika-Direktorin von Human Rights Watch, und Jean-Baptiste Gallopin, leitender Berater für Krisen und Konflikte, reisten Mitte Dezember 2025 in den Osten des Tschad. Dort führten sie Interviews mit Dutzenden Geflüchteten, die aus El Fasher, der Hauptstadt des sudanesischen Bundesstaates Nord-Darfur, geflohen waren, nachdem die Stadt Ende Oktober 2025 von den Rapid Support Forces (RSF), einer der beiden wichtigsten Kriegsparteien im Sudan, eingenommen worden war.
Es ist wohl die größte humanitäre Krise der Welt – von der Weltöffentlichkeit kaum beachtet. Im Sudan führt die Regierung gegen Rebellen einen blutigen und brutalen Bürgerkrieg. Schätzungsweise 12 Millionen Menschen sind auf der Flucht.
Der Sudan und Russland haben ihre Gespräche über ein Abkommen wieder aufgenommen, nach dem Moskau Su-30- und Su-35-Kampfjets bereitstellen würde, im Austausch für das Recht auf eine logistische Marineeinrichtung am Roten Meer.
Die RSF-Miliz führt einen brutalen Krieg im Sudan, laut Berichten auch mit europäischen Waffen. Bildbelege, die Report Mainz ausgewertet hat, deuten darauf hin, dass die Miliz über Rüstungsgüter aus Deutschland verfügt.
Der Politikwissenschaftler Prof. Volker Perthes, erklärt zum Konflikt im Sudan, dies sei „die größte humanitäre Katastrophe in diesem Jahrhundert bislang“ mit bis zu 15 Millionen vertriebenen Menschen. In Europa interessiere man sich unter anderem deshalb so wenig dafür, weil die Vertriebenen im Sudan verblieben oder in Nachbarländer flohen. „Die klopfen nicht bei uns an die Tür, und damit wird es nicht zum politischen Thema.“
Massad Boulos, Schwiegervater von Donald Trumps Tochter, verhandelt für das Weiße Haus im Sudan-Krieg. Er setzt dabei erstmals konsequent auf den Einfluss der Golfstaaten.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und die Salam Sudan Campaign rufen gemeinsam zu einer Mahnwache vor dem Auswärtigen Amt in Berlin auf. Unter dem Motto „Stand with Sudan – Stoppt die Massaker in El Fasher!“ soll am Freitag, 31. Oktober 2025, von 15 bis 17 Uhr gegen die anhaltenden Gräueltaten im Sudan protestiert werden.
Der Krieg im Sudan ist eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit – und doch erhält er kaum mediale und politische Aufmerksamkeit. Mit dem zweitägigen Event „Khartoum Calling – Voices for Sudan“ am 14. und 15. Oktober setzen das Human Rights Film Festival Berlin (HRFFB) und Aktion gegen den Hunger gemeinsam mit Reporter ohne Grenzen und Niddal Salah-Eldin ein Zeichen für Sichtbarkeit, Solidarität und politische Wirkung.
Sie flohen vor dem Krieg im Sudan – nun können sie im Tschad endlich wieder tun, wofür sie ausgebildet sind. Die Geschichte einer Ärztin und zweier Pfleger zeigt, welchen wichtigen Beitrag Flüchtlinge leisten können, wenn sie ihre Fähigkeiten
Zu den diesjährigen Trägern des Alternativen Nobelpreises gehört „Emergency Response Rooms“ aus dem Sudan. „Weil sie inmitten von Krieg und Staatszerfall gemeinschaftliche Nothilfe für die würdevolle Versorgung von Millionen von Menschen aufbauen,“ so die Organisatoren des Preises.
Sonntag, 7. September 2025, um 18:30 Uhr im Ersten: Kairo statt Khartum – für die Sudanesin Salma Awad bedeutet das ein Leben auf zwei Rädern. Im Sudan war sie die erste Fahrradkurierin des Landes, lieferte während des Krieges Medikamente unter Lebensgefahr – heute strampelt sie durch die ägyptische Hauptstadt, bringt Batterien, kleine Pakete und eine große Portion Energie.
In der Nacht von Freitag auf Samstag hat das Segelschiff NADIR der Organisation RESQSHIP 65 Menschen aus einem überfüllten und bereits vollgelaufenen Schlauchboot im zentralen Mittelmeer gerettet. Während der Evakuierung entdeckten die Überlebenden die Körper von drei Schwestern im Alter von 9, 11 und 17 Jahren, die im Wasser im Inneren des Bootes ertrunken waren. Eine weitere Person gilt als vermisst.