Historisches Urteil in Brüssel: Belgisch-ruandischer Staatsangehöriger wegen Völkermords verurteilt

Historisches Urteil in Brüssel: Belgisch-ruandischer Staatsangehöriger wegen Völkermords verurteilt
Symbolbild

Das Brüsseler Schwurgericht fällte ein historisches Urteil und verurteilte den 65-jährigen Emmanuel Nkunduwimye wegen seiner Beteiligung am Völkermord an den Tutsi in Ruanda im Jahr 1994 zu 25 Jahren Zuchthaus. Der unter dem Namen „Bomboko“ bekannte Nkunduwimye wurde des Völkermords, der Kriegsverbrechen, des Mordes und der Vergewaltigung für schuldig befunden.

Ein Prozess für grausame Taten, die wissentlich begangen wurden
Der Prozess gegen Emmanuel Nkunduwimye begann im April 2024. Die Geschworenen hörten belastende Zeugenaussagen, darunter die einer Tutsi-Frau, die ihn der Vergewaltigung beschuldigte. Auch Nkunduwimyes Verbindungen zu den Hutu-Milizenführern Robert Kajuga und Georges Rutaganda wurden eingehend untersucht. Rutaganda, der ehemalige Vizepräsident der Interahamwe, war bereits 1999 vom Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR) zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Von Mitte April 1994 bis Ende Mai befand sich Emmanuel Nkunduwimye im Gebäudekomplex Amgar in Kigali, einem Hauptquartier der Interahamwe-Milizen, in dem 1996 27 Leichen von Gerichtsmedizinern entdeckt wurden. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass Nkunduwimye als Betreiber einer Autowerkstatt in Kigali, die dem Vater von Georges Rutaganda gehörte, sich der dort begangenen Gräueltaten voll bewusst war. Er wurde für schuldig befunden, drei Menschen persönlich getötet und die Hinrichtung mehrerer anderer angeordnet oder dabei assistiert zu haben.

Ein langer und gefährlicher Weg zur Gerechtigkeit
Nkunduwimye wurde 2011 in Belgien festgenommen und verbrachte mehrere Jahre in Haft, bevor er vor Gericht gestellt wurde. Obwohl er während der zweimonatigen Gerichtsverhandlung stets seine Unschuld beteuerte, führten die vorgelegten Beweise zu seiner Verurteilung. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte nicht die Höchststrafe lebenslange Haft, da er der Ansicht war, dass dem Verurteilten mildernde Umstände zugutekommen könnten, insbesondere weil er keine Vorstrafen hatte. Der Staatsanwalt erklärte den Geschworenen, dass der Verurteilte nach Verbüßung von 15 Jahren seiner Strafe eine bedingte Entlassung beantragen könne. Er hat nun zwei Wochen Zeit, um eventuell Berufung einzulegen.

Die Verurteilung ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Straflosigkeit von Völkermordtätern. Quelle: afrik.com)