15 Jahre nach der Gefangennahme und Tötung des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 prägt sein politisches Erbe weiterhin die Debatten über die Instabilität Libyens und die Sicherheitslage in der Sahelzone.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) sind seit Ende August 2026 mindestens 31 Menschen von den Militärbehörden im Osten Libyens hingerichtet worden. Es handele sich um die ersten bekannt gewordenen Hinrichtungen in Libyen seit 2010.
Fünfzehn Jahre nach dem Sturz des Regimes von Muammar al-Gaddafi am 20. August 2011 hat Libyen noch immer nicht zu Stabilität und staatlicher Souveränität zurückgefunden. Das Land bleibt zwischen zwei rivalisierenden Machtzentren geteilt, die versuchen, ihre Position dauerhaft zu sichern. Gleichzeitig sind die staatlichen Institutionen tief gespalten. Für die Libyer, die einst auf mehr Freiheit, Wohlstand und ein friedlicheres Leben gehofft hatten, ist die Bilanz bitter, berichtet RFI.
Den Haag/Berlin, 19.05.2026. Dem ranghohen libyschen Beamten Khaled Mohamed Ali El-Hishri werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vorgeworfen: Die heutige Anhörung vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag gegen den führenden Beamten des berüchtigten libyschen Gefängnisses Mitiga in Tripolis ist die erste nach 15 Jahren Ermittlungen des IStGH zu Libyen. In dem Lager werden von der sogenannten libyschen Küstenwache auf See abgefangene Flüchtlinge und Migranten willkürlich inhaftiert, gefoltert und ausgebeutet.
Anlässlich der bevorstehenden Anhörung zur Anklagebestätigung gegen den Libyer Khaled Mohamed Ali El Hishri vor dem Internationalen Strafgerichtshof fordert PRO ASYL: Deutschland und Europa müssen angesichts ihrer Mitverantwortung für systematische Verbrechen gegen Geflüchtete in Libyen jede Unterstützung der sogenannten libyschen Küstenwache stoppen!
Am Montag feuerte ein Patrouillenboot der sogenannten libyschen Küstenwache mit scharfer Munition auf das Rettungsschiff Sea-Watch 5 und drohte, das Schiff zu beschlagnahmen und die 30 Besatzungsmitglieder sowie die 90 geretteten Menschen an Bord zu entführen und nach Libyen zu bringen. Dieser Angriff folgt laut der Allianz „Justice Fleet“ einem bedrohlichen Muster eskalierender Gewalt gegen humanitäre Helfer und Schutzsuchende auf See durch die von der EU unterstützten libyschen Akteure.
Berlin, 06.05.2026. Zum ersten Mal seit Beginn der zivilen Seenotrettung im zentralen Mittelmeer 2015 hat die deutsche Bundesregierung die erhöhte Sicherheitsstufe 2 für unter deutscher Flagge fahrende Schiffe von libyschen Nationalgewässern auch auf die libysche Such- und Rettungszone vor der Küste Libyens ausgeweitet – dem Einsatzgebiet von Seenotrettungsorganisationen wie SOS Humanity und Sea-Watch.
Libyen entwickelt sich laut einer exklusiven Recherche von Radio France Internationale (RFI) zu einem neuen, diskreten Schauplatz der Konfrontation zwischen der Ukraine und Russland. Fernab der europäischen Schlachtfelder spielt sich diese strategische Rivalität nun in Nordafrika ab – rund um bedeutende militärische, energiepolitische und geopolitische Interessen. Seit mehreren Monaten zielen verdeckte Operationen, insbesondere unter Einsatz von Drohnen, auf russische Interessen im Mittelmeerraum. Diese lange Zeit verschwiegene ukrainische Präsenz auf libyschem Boden belegt eine Ausweitung des Konflikts weit über seine ursprünglichen Grenzen hinaus.
Berlin, 08.04.2026. Innerhalb von vier Monaten sind fünf zivile Rettungsschiffe als Teil der Seenotrettungsallianz Justice Fleet in Italien für insgesamt mehr als 105 Tage festgesetzt worden. Aus den Festsetzungsanordnungen der italienischen Behörden geht hervor, dass die Maßnahmen unter anderem damit begründet wurden, dass die Crews während ihrer Einsätze nicht mit libyschen Behörden kommuniziert haben, obwohl ein aktueller UN-Bericht erneut bestätigt, dass diese Teil eines Systems aus Verschleppungen, sexualisierter Gewalt und Folter gegen Schutzsuchende, darunter auch Kinder, sind.
Die Bundesregierung misst Angriffen der sogenannten libyschen Küstenwache auf Rettungsschiffe kaum Bedeutung bei. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des innenpolitischen Sprechers der Grünen-Fraktion Marcel Emmerich hervor.
Französische Behörden haben ein Schleusernetzwerk, das unter dem Namen „Die falschen Matrosen“ bekannt war, zerschlagen, das zwischen Libyen, Syrien und Frankreich operierte. Das Netzwerk nutzte ein System falscher Identitäten, um irreguläre Migranten an Bord von Handelsschiffen nach Europa zu schmuggeln. Dies berichtet die französische Zeitung „Midi Libre“.
Die libysche Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag, dem 5. März, bekannt gegeben, drei Verdächtige im Zusammenhang mit der Ermordung von Saif al-Islam Gaddafi am 3. Februar identifiziert zu haben. Details zu ihrer Identität oder Nationalität wurden jedoch nicht genannt, berichtet RFI.
Eine umstrittene und lange Zeit unauffindbare Figur taucht heute durch eine ebenso brutale wie rätselhafte Meldung wieder auf: der mutmaßliche Tod von Saif al-Islam al-Gaddafi. Die Information, die aus inoffiziellen Quellen stammt, fällt in eine Phase anhaltender Fragmentierung Libyens, in der Nachrichten nur spärlich zirkulieren und zahlreiche Spekulationen nähren. Zwischen möglichen Abrechnungen, dem Schweigen der Behörden und sensiblen internationalen Dossiers wirft dieses Verschwinden erneut Fragen über Vergangenheit, Gegenwart und die politische Zukunft eines Landes auf, das noch immer nach Stabilität sucht.
Die Sea-Watch 5 wurde im Hafen von Catania festgesetzt. Foto: Maria Giorgi/ Sea-Watch
Das deutsche Rettungsschiff Sea-Watch 5 wurde nach einer Rettung für 15 Tage von den italienischen Behörden festgesetzt und mit einer Strafe von 7500 Euro belegt. Damit ist die Sea-Watch 5 nach der Humanity 1 schon das zweite zivile Rettungsschiff der Justice Fleet, das von den Behörden im Hafen festgehalten wird – während im Mittelmeer weiter Menschen auf der Flucht ertrinken. Gemeinsam mit Sea-Watch haben ein Dutzend weitere Seenotrettungsorganisationen als Teil der Justice Fleet ihre operative Kommunikation mit Libyen eingestellt.
Menschenhändler haben in Libyen Tausende Migranten eingesperrt und gefoltert, um von Angehörigen Lösegeld zu erpressen. Erstmals steht ein mutmaßlicher Täter vor Gericht. Doch andere Menschenhändler machen mit dem Foltern weiter Geschäfte.
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