DAS-Afrika-Pressespiegel KW 19/2026: Zwischen Diplomatie und Eskalation

Diese Woche im DAS-Pressespiegel: Taiwans Präsident Lai Ching-te besucht Eswatini, Spannungen in Tigray und zwischen Äthiopien und Sudan nehmen zu, in Botswana enden die World Athletics Relays und es gibt einen Veranstaltungshinweis zu einem Vortrag in Berlin der simbabwischen Menschenrechtsaktivistin und Trägerin des Deutschen Afrika-Preises 2025, Namatai Kwekweza.

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Falsche Medikamente in Afrika – ein persönliches Fallbeispiel: Wurmmittel gegen Malaria und sonstige Fehldiagnosen

Von einer Dienstreise in den Kongo zurück in Libreville, öffnet mir Oumar, mein gardien, das Eingangstor. Sein übliches „Bonne arrivée, Madame“ fällt recht schwach aus, und er sieht furchtbar eingefallen aus, hat einen völlig verklärten Blick, zittert und schwitzt entsetzlich. Malaria, ganz offensichtlich. „Ich nehme seit drei Tagen Medikamente, aber sie helfen nicht“, wispert er schwach. 

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Interpol: Afrika an vorderster Front im Kampf gegen den Handel mit gefälschten Medikamenten

90 betroffene Länder, 269 Festnahmen und fast 6.000 geschlossene betrügerische Websites: Das ist das Ergebnis einer Interpol-Operation gegen den Handel mit gefälschten Arzneimitteln. Die internationale Polizeiorganisation beschlagnahmte in diesem Jahr weltweit gefälschte Produkte im Wert von 15,5 Millionen Dollar, berichtet RFI.

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Ukraine bietet befreundeten Staaten in Afrika und darüber hinaus die gemeinsame Produktion von kampferprobten Drohnen und Raketen an

Die Ukraine öffnet ihre im Krieg erprobte Drohnen- und Raketenindustrie für befreundete ausländische Regierungen durch gemeinsame Produktion und Verteidigungspartnerschaften. Dieser Schritt könnte neue Chancen in Afrika schaffen, da viele Länder ihre Ausgaben für Sicherheit, Überwachung und Militärtechnologie erhöhen.

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Senegal: Feier zum hundertsten Geburtstag von Abdoulaye Wade zwischen nationaler Würdigung und politischem Kalkül

Me Abdoulaye Wade beim World Economic Forum on Africa 2007, 13. – 15. Juni in Kapstadt. Quelle: Wikipedia, CC BY-SA 2.0

Am 29. Mai 2026 wird der Senegal den hundertsten Geburtstag von Abdoulaye Wade feiern, einer der prägenden Figuren des afrikanischen politischen Lebens. Für die neue Regierung wird diese Feier eines außergewöhnlich langen Lebens zugleich zu einem Mittel, um in einer Nation im Wandel an Legitimität zu gewinnen.

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Nachkommen marokkanischer Juden: Rückkehr zur Staatsangehörigkeit in Sicht?

Marokko belebt eine Debatte über die Staatsangehörigkeit der Nachkommen von Juden marokkanischer Herkunft neu. Eine von mehreren marokkanischen Medien aufgegriffene Bürgerinitiative fordert, den Kindern und Enkeln marokkanischer Juden, die im 20. Jahrhundert ausgewandert sind, die Rückkehr zur marokkanischen Staatsangehörigkeit zu ermöglichen oder zu erleichtern. Diese Initiative wirft Fragen zur nationalen Erinnerung, zur Beziehung zur Diaspora und zur Rolle Marokkos in einem arabischen und regionalen Kontext auf, der von der Palästinafrage und dem Bündnis mit Israel geprägt ist.

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BMI erhöht erstmals Sicherheitsstufe in libyscher Such- und Rettungszone wegen gewalttätiger Angriffe der libyschen Küstenwache

Foto: Lukas Kaldenhoff / SOS Humanity

Berlin, 06.05.2026. Zum ersten Mal seit Beginn der zivilen Seenotrettung im zentralen Mittelmeer 2015 hat die deutsche Bundesregierung die erhöhte Sicherheitsstufe 2 für unter deutscher Flagge fahrende Schiffe von libyschen Nationalgewässern auch auf die libysche Such- und Rettungszone vor der Küste Libyens ausgeweitet – dem Einsatzgebiet von Seenotrettungsorganisationen wie SOS Humanity und Sea-Watch.

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Chinas Nullzollpolitik gilt inzwischen für 53 der 54 afrikanischen Staaten – ein Land im südlichen Afrika bleibt ausgeschlossen

Nach der Aufnahme von 20 weiteren Ländern am 1. Mai gilt Chinas Nullzollpolitik nun für nahezu ganz Afrika. Nur ein einziges Land im südlichen Afrika ist von Pekings weitreichendem zollfreien Zugang zum Kontinent ausgenommen.

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Fremdenfeindliche Angriffe in Südafrika: 130 Nigerianer fordern ihre Rückführung

Nigeria reagiert auf die seit Mitte April in Südafrika gegen seine Staatsbürger gerichteten Angriffe. Laut der nigerianischen Bundesregierung haben 130 von ihnen um Evakuierung gebeten. Das Land hat bereits bei früheren Wellen von Gewalt gegen Ausländer in dem südafrikanischen Staat ähnliche Maßnahmen ergriffen, berichtet RFI.

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Mangel an Friedhöfen in der Zentralafrikanischen Republik: „Jeden Tag sehen wir sein Grab“

In Bangui, Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, sind Beerdigungen längst nicht mehr nur ein privater Trauerakt. Sie sind zu einer organisatorischen und sozialen Belastung geworden. Seit fast zehn Jahren gibt es in der Hauptstadt der Zentralafrikanische Republik keinen allgemein zugänglichen öffentlichen Friedhof mehr. Viele Familien haben deshalb keine andere Wahl, als ihre Angehörigen auf dem eigenen Grundstück zu bestatten – hinter Häusern, unter Mangobäumen oder auf kleinen Feldern. Dort liegen heute Väter, Mütter und Kinder begraben, berichtet RFI.

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Außergewöhnliche Grenzöffnung: Algerien weist 56 marokkanische Staatsangehörige aus

Rund 56 marokkanische Staatsangehörige ohne gültigen Aufenthaltsstatus wurden von den algerischen Behörden ausgewiesen. Diese Aktion, die von der Marokkanischen Vereinigung zur Unterstützung von Migranten in prekären Situationen begleitet wurde, zeigt eine punktuelle Zusammenarbeit an den Grenzen – trotz angespannter diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern des Maghreb.

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